20 Jahre ungenutzt

Schloss Weteritz sucht online nach Besitzer

Das Schloss im Gardelegener Ortsteil Weteritz: Seit etwa 15 Jahren suchen die Besitzer nach einem Käufer. Bisherige Interessenten sind allerdings immer wieder abgesprungen. Nun wirbt ein neu beauftragter Makler auch über zwei Internetportale für das Objekt. Fotos (2): Tenbrink

WETERITZ - „Schloss zu verkaufen!“ Mit diesen Worten wird bei einem Online-Portal für Kleinanzeigen nach einem neuen Besitzer für das Schloss Weteritz gesucht. Damit könnte ein neues Kapitel in der Geschichte der Immobilie aufgeschlagen werden.

In der Vergangenheit sind verschiedene Bemühungen, das 1831 erbaute Schloss mit Leben zu füllen, immer wieder gescheitert.

Seit Mitte der 90er Jahre ist das historische Gebäude in Privatbesitz. Die Stadt hatte es damals mit Fördermitteln saniert und anschließend verkauft. Was zur Folge hatte, dass die Fördergelder zurückbezahlt werden mussten. „Das Dach wurde 1990 komplett neu eingedeckt und im Jahr 1992 wurden isolierverglaste Fenster eingebaut und die vordere Fassade erneuert“, präzisiert die Beschreibung zur Immobilie im Internet die damals vorgenommenen Investitionen der Stadt. Gardelegens Bauamtsleiter Engelhardt Behrends bestätigte gestern diese Angaben. Seitdem ist allerdings nichts mehr passiert. „Das Schloss ist sanierungsbedürftig, insbesondere die Heizung, Sanitäreinrichtungen und die Elektroversorgungen sind zu erneuern“, heißt es daher auch in der Verkaufsanzeige.

Steht nicht zum Verkauf: Der angrenzende Schlosspark gehört nach wie vor der Stadt und ist öffentlich zugänglich.

Der angrenzende, mehr als fünf Hektar große Schlosspark gehört allerdings noch immer der Stadt. 2010 gab der Hochstapler Andreas Benken vor, sich für Schloss und Garten zu interessieren. Der Mann, der auch das kurz zuvor aufgegebene Werk der IKEA-Tochter „Swedwood“ in Gardelegen wieder zum Florieren bringen wollte – und letztlich als Betrüger entlarvt wurde.

Zuletzt hatte sich die Stiftung Zukunft Altmark mit Sitz auf Gut Zichtau eingehend mit dem Weteritzer Schloss beschäftigt. Im vergangenen Jahr gab es Gespräche mit dem Lüneburger Besitzer. In Kooperation mit dem Land konnte sich die Stiftung vorstellen, den Ort als Kulturstätte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sagt deren Kuratoriumsvorsitzender Magnus Staehler auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Ein Architekt habe daraufhin die Kosten ermittelt, die ein Herrichten des Gebäudes für die gewünschten Zwecke nach Denkmalschutz-Richtlinien und anderen Auflagen verursacht hätte. „Er kam auf ungefähr drei Millionen Euro – das hat unsere Überlegungen dann erst einmal beendet“, sagt Staehler.

Die jüngste, aber bei weitem nicht die einzige Absage eines Interessenten, berichten die Besitzer. Seit etwa 15 Jahren versuchen Renate und Fred Zander aus Lüneburg, die Immobilie zu verkaufen. Sie waren es, die das Schloss einst von der Stadt erworben haben. Damals hatte Fred Zander das Objekt zusammen mit einem Geschäftspartner gekauft, erzählt seine Frau Renate. Ein Hotel samt Schulungsraum und Caféteria sollten in dem Objekt Platz finden. „Die Pläne waren fertig“, sagt Renate Zander, „und es sah wirklich gut aus.“ Doch dann habe sich der Geschäftspartner ihres Mannes von dem Projekt zurückgezogen, das Schloss wurde auf ihren Mann überschrieben. Wohl wissend, dass sie das Vorhaben allein nicht mehr realisieren könnten, begann für das Ehepaar Zander die Suche nach einem Käufer.

Verschiedene Makler, unter anderem in Leipzig, hätten sie seither mit dem Verkauf beauftragt. Bislang ohne Erfolg. Dabei habe es diverse Interessenten gegeben – sogar jemanden, der einen Swingerclub in dem historischen Haus eröffnen wollte.

Von Karsten Tenbrink

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