Seltene Schlange ist überaus flink und sehr scheu

Schlingnatter-Nachweis auf Mooswiese bei Hottendorf

Diese Schlingnatter ist unweit von Hottendorf vom BUND entdeckt worden. Es ist erst der zweite Fund in der westlichen Altmark.
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Diese Schlingnatter ist unweit von Hottendorf vom BUND entdeckt worden. Es ist erst der zweite Fund in der westlichen Altmark.

Hottendorf – Im FFH-Gebiet der „Mooswiese“ bei Hottendorf östlich von Gardelegen –FFH steht für „Flora, Fauna, Habitat“ – konnte vor wenigen Tagen ein weiterer Neufund der Schlingnatter für die westliche Altmark erbracht werden.

Zuvor gelang dem BUND bereits ein Nachweis der Art in Wendischbrome am „Grünen Band“, der Landesgrenze zu Niedersachsen. Für das besondere Exemplar in der Hottendorfer „Mooswiese“ ging ein pensionierter Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde im Auftrag des BUND gleich zweimal ins Gebiet: Die scheue und überaus flinke Schlingnatter war am Vormittag für ein Nachweisfoto noch zu schnell und ließ sich erst beim zweiten Besuch am Nachmittag an gleicher Stelle unter einem ausgebrachten Schlangenbrett fotografieren.

Da der Nachweis von vielen Reptilienarten, insbesondere von Schlangen, oft schwierig und wetterabhängig ist, werden sogenannte Schlangenbretter eingesetzt, die eine regelmäßige Kartierung dieser Arten vereinfachen. Denn Reptilien halten sich gerne unter diesen künstlichen Verstecken aus einfachen Welldachpappen auf, besonders wenn die Sonne diese vorher erwärmt hat, sodass die wechselwarmen Reptilien davon profitieren können. Insgesamt wurden vom BUND 250 Bretter in zehn Gebieten in der Altmark ausgebracht, der Schwerpunkt lag dabei im Grünen Band.

Der Neufund in der „Mooswiese Hottendorf“ zeigt nach Auffassung des BUND die ersten Erfolge im Rahmen des neuen Landesprogrammes „Artensofort-Förderung“ des MULE auf. Seit 2019 werden hierbei gezielte Pflege- und Artenhilfsmaßnahmen und ein umfangreiches Monitoringprogramm für Kreuzotter & Co. durchgeführt.

„Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Schlingnatter erfreulicherweise noch an mehr Standorten im Altmarkkreis Salzwedel vorkommt als bisher bekannt war“, so das Fazit von Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band beim BUND Sachsen-Anhalt.  pm

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