Fachwerk des Turms der Berger Feldsteinkirche ist beschädigt /„Godspot“ und App geplant

Schiefer Kirchturm wird saniert

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Das Gerüst für die Sanierung des Fachwerkturms ist freistehend. Denn der Kirchturm ist instabil, weswegen das Gerüst nicht an der Kirche befestigt werden kann.

Berge. Der Fachwerkturm der Feldsteinkirche in Berge weist eine leichte Schiefstellung auf. Deswegen wird das Fachwerk nun „Stück für Stück ersetzt“, erklärt Olaf Sturm, beratendes Mitglied des Gemeindekirchenrates.

Einige Balken hatten durch Witterungseinflüsse auch Risse.

Dazu wurden vor einigen Wochen zunächst die Ziegelsteine aus den Gefachungen entfernt, um dann die durch Witterungseinflüsse und Holzwurm-Befall beschädigten Balken austauschen zu können. Dabei werden nicht alle Holzbalken, sondern nur beschädigte Teile durch neue, aus trockener Eiche bestehende Balken ersetzt. Zudem werden auch die Zapfen, sogenannte Verbindungsstellen der Balken, ausgetauscht.

Die Schiefstellung des Turms ist vor allem an senkrechten Balken des Fachwerks sichtbar, von außen jedoch kaum.

Neben der Sanierung des Fachwerkturms wird auch das Tragewerksystem, also der Glockenstuhl, während der laut Olaf Sturm bis Juni / Juli andauernden Baumaßnahmen erneuert. Anschließend wird die Kirche wegen des Holzwurm-Befalls begast und wenn dann noch das Geld für die Finanzierung von Restaurierungsarbeiten vorhanden ist, sollen unter anderem „die Malereien um die Fenster in der Kirche gemacht werden“, so Olaf Sturm.

Holzbretter von früheren Reparaturen verdeckten Hohlräume.

Wenn alle Baumaßnahmen abgeschlossen sind, erklärt er weiter, wird die Lutherrose vor der Feldsteinkirche gepflanzt und die Stele aufgestellt, denn die Berger Kirche ist Teil des altmärkisches Reformationsradweges. Und dann soll es einen „Godspot“ in der Feldsteinkirche geben, also freies WLAN, damit sich Besucher über die Kirche informieren können. Außerdem hatte Olaf Sturm die Idee, die Glocken – derzeit kann nur eine Glocke geläutet werden, denn bei der anderen muss zunächst noch die Aufhängung repariert werden – über eine App zu steuern. Momentan werden die Glocken über einen Schalter zum Läuten gebracht, mit der App können die Glocken auch aus weiterer Entfernung gesteuert werden und das sei vor allem für ältere Menschen eine Erleichterung, die dann nicht mehr den Schalter in der Empore betätigen müssen. Und wenn das gut läuft, kann sich Olaf Sturm auch vorstellen, über die App zum Beispiel die Beleuchtung in der Kirche zu steuern.

Bauarbeiter Harald Schröder mit einem Holzbalken, der wieder eingebaut wird.

Doch dazu müssen erst alle Maßnahmen des zweiten Bauabschnittes abgeschlossen werden. Die Kosten für diese Arbeiten belaufen sich auf 160.000 Euro. Davon werden 50.000 Euro von der Bundesstiftung Denkmalpflege, 40.000 Euro von der Landeskirche, 30.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 15.000 Euro von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler und 24.000 Euro aus Eigenmitteln finanziert.

Der erste Bauabschnitt wurde, wie Olaf Sturm informiert, vor etwa fünf Jahren abgeschlossen. Damals wurden die Deckengemälde, die an die Werke von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle orientiert sind und daher die Feldsteinkirche auch „Sixtinische Kapelle der Altmark“ genannt wird, erhalten.

Von Ina Tschakyrow

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