Kompromissregelung beim Winterdienst in den Dörfern: Ortsbürgermeister entscheiden vor Ort

Schieben erst ab zehn Zentimeter

Im vergangenen Jahr gab es rund um Weihnachten Schneehöhen um 20 Zentimeter. In diesem Winter soll im Gardelegener Stadtgebiet ab einer Höhe von zehn Zentimetern der Winterdienst einsetzen – auch in den Dörfern. Foto: Archiv / sts

Gardelegen. Noch ist es nicht soweit. Aber der nächste Winter kommt bestimmt. Schon im jetzigen November kann erfahrungsgemäß Schnee liegen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gab es die ersten weißen Flocken am 2. Dezember.

Und an Heiligabend gab es in der hiesigen Region nicht nur Chaos durch diverse Stromausfälle, sondern eine 20 Zentimeter hohe Schneeschicht.

Doch die Kosten für den Winterdienst innerhalb des neuen Gardelegener Stadtgebietes sollen halbiert werden. Von bisher 300 000 Euro auf 150 000 Euro. Was bedeutet: Es wird nicht immer geschoben. Und auch nicht alle Straßen, sondern grundsätzlich nur die neuralgischen Punkte. Wie Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs während der jüngsten Beratung mit den Ortsbürgermeistern erklärte, gelte eine Schiebe-Pflicht erst ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern. „So wie seit Jahren in der Kernstadt auch“, erklärte Fuchs, der darauf hinwies, dass es dort kaum Probleme gebe und sich auch die Zahl der Unfälle nicht zum Negativen hin entwickelt habe.

Doch wer entscheidet, wann zehn Zentimeter Schnee gefallen sind? Gegen den Vorschlag von Konrad Fuchs, zwei Mitarbeiter in der Gardelegener Stadtverwaltung würden je nach Wetterlage die Kollegen losschicken, wehrten sich viele Ortsbürgermeister. Denn vom Grünen Tisch aus könne nicht entschieden werden, ob beispielsweise am Rande der Hellberge im etwas höher gelegenen Zichtau oder ganz im Osten der Stadt, in Wollenhagen, genug Schnee liegt, um loszulegen. „So weit kann doch keiner gucken“, so ein Anwesender nach der Sitzung spitz.

Die nun festgelegte Lösung lautet: Die jeweiligen Ortsbürgermeister entscheiden in ihren Dörfern, wann die Schneehöhe erreicht ist und entsprechend geschoben werden muss. Ein Zollstock, in den Schnee gesteckt, ist dazu nicht zwingend nötig. „Ich setze da ganz auf das Verantwortungsbewusstsein vor Ort“, erklärt dazu Konrad Fuchs.

Von Stefan Schmidt

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