„Herr Bürgermeister“

Schenkenhorster Fabian Krüger (19) ist jüngster Ortsbürgermeister in Sachsen-Anhalt

Schenkenhorsts Ortsbürgermeister Fabian Krüger arbeitet in der Gardelegener Tourist-Information.
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Schenkenhorsts Ortsbürgermeister Fabian Krüger arbeitet in der Gardelegener Tourist-Information.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Schenkenhorst – Er ist der jüngste Ortsbürgermeister in Sachsen-Anhalt. Mit 19 Jahren wurde Fabian Krüger zum Dorfchef von Schenkenhorst gewählt. Für den jüngsten Ortsbürgermeister von Deutschland habe es aber nicht gereicht, sagt er.

Das wurde ein 18-Jähriger nach der Kommunalwahl am 26. Mai in einem Ort in Nordrhein-Westfalen. „Das ist schade, aber das von Sachsen-Anhalt zu sein, ist auch nicht schlecht“, freut sich Fabian Krüger.

Seit dem 11. Juli ist er der Ortsbürgermeister von Schenkenhorst. An dem Tag fand die konstituierende Sitzung statt (AZ berichtete). „Und da waren sich alle ziemlich einig“, erinnert sich der 19-Jährige, der in seiner Freizeit gerne Volleyball spielt und an Oldtimer mit seinem Papa schraubt. „Alle Hände waren sofort oben“, als er für das Ehrenamt vorgeschlagen wurde.

Zuvor haben es Uwe Roitsch, der vorherige Ortsbürgermeister, und Uli Jelinski, der das Amt von Uwe Roitsch nach dessen Rücktritt kommissarisch übernahm, immer wieder versucht, Fabian Krüger zu überzeugen. Sie hätten den 19-Jährigen „in diese Richtung geschoben“, sagt er. Fabian Krüger habe zuvor auch immer wieder überlegt, als Ortsbürgermeister zu kandidieren. Im März, April, erinnert sich der Schenkenhorster, hätten Uli Jelinski und Uwe Roitsch ihn direkt angesprochen. Die Idee, dass der 19-Jährige das Amt übernimmt, gab es aber schon viel früher.

Angefangen hat es damit, dass Uwe Roitsch vor etwa einem Jahr das Amt abgab. Er und Uli Jelinski sind für das Amt beruflich zu stark eingespannt, andere Mitglieder des Ortschaftsrates konnten aus verschiedenen Gründen auch nicht Ortsbürgermeister werden.

Der 19-Jährige habe auch immer wieder überlegt, als Ortsbürgermeister zu kandidieren. Er selbst hat zwar keine politischen Erfahrungen, war aber bei den vergangenen Sitzungen des Ortschaftsrates immer anwesend. Und wurde schon seit Weihnachten mit „Herr Bürgermeister“ von seinen Freunden angesprochen. „Aber nur aus Spaß“, erklärt der 19-Jährige, damals hatte er an das Amt noch nicht gedacht.

Bei der Kommunalwahl, bei der Fabian Krüger erstmals antrat, hat er dann insgesamt 60 Stimmen bekommen, eine weniger als Uli Jelinski, der die meisten Stimmen erhielt. Also war auch Schenkenhorst von dem 19-Jährigen überzeugt, der das Amt als Ortsbürgermeister schließlich annahm.

Dafür gab es schon viele Glückwünsche, die Schenkenhorster freuen sich über ihren jungen Dorfchef. Gefeiert hat Fabian Krüger sein neues Amt aber noch nicht. Macht er aber noch. „Das wird alles eine Feier“, denn in der nächsten Woche begeht er seinen 20. Geburtstag. Und den Abschluss seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Gardelegener Stadtverwaltung und seine Festanstellung in der Tourist-Info, wo er bereits die vergangenen Monate gearbeitet hat.

Das bringt „kurze Arbeitswege“ für seine Funktion als Ortsbürgermeister mit sich, freut er sich. Viel verändert hat sich seit der Übernahme des Amtes für Fabian Krüger noch nicht. Seine Zeit als neuer Dorfchef startet mit den Vorbereitungen für die 600-Jahr-Feier im nächsten Jahr. Das sei seine Hauptaufgabe, bei der er von den Ortschaftsratsmitgliedern unterstützt wird, vor allem von Uwe Roitsch, der gut vorgearbeitet habe, erzählt Fabian Krüger. Er selbst habe wegen des Dorf-Jubiläums bereits Gespräche mit der Kämmerei geführt. Ansonsten gab es für ihn noch nicht viel zu tun.

Bis jetzt habe er auch noch keine weiteren Pläne. „Aber wer weiß, was noch kommt“, schmunzelt Fabian Krüger. Immerhin habe er auch nicht damit gerechnet, Sachsen-Anhalts jüngster Ortsbürgermeister zu werden.

VON INA TSCHAKYROW

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