Auf dem Gelände der Kapelle St. Georg entsteht Anlage mit mittelalterlichen Heil- und Nutzpflanzen

„Schaugarten“ für die Bürger

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Die Kugel der Havelberger Bundesgartenschau, neben der Ulrich Ehlers steht, wird noch berankt, hinter ihm entsteht ein Rondell aus Obstbäumen. 

Gardelegen. Mit Beeten, in denen Kräuter, Heil- und Giftpflanzen wachsen, Spaliere aus Apfel- und Birnenbäumen, Rosen, Lilien, verschiedenen Stauden und Sträuchern und einem Rondell aus Obstbäumen soll ein „Garten mittelalterlicher Heil- und Nutzpflanzen“ entstehen.

Regina Schöndube (links) und Gudrun Diesterbeck stellten Schilder für die morgige Eröffnung des Gartens auf.

Und zwar auf dem Gelände der Kapelle St. Georg in Gardelegen, weil das ganze Gelände, wie Ulrich Ehlers von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt während des gestrigen Arbeitseinsatzes erklärte, aus dieser Zeit stammt und deswegen wird der Garten auch mit „Pflanzen, die es bereits seit dem Mittelalter gibt und dort zum Beispiel als Kräuter genutzt wurden“ angelegt. Und das sind Kräuter wie Beifuß, Salbei, Thymian oder Baldrian, Giftpflanzen wie Rittersporn, Fingerhut oder Tränendes Herz, die in geschwungenen Beeten zwischen der etwa 70 Meter langen Mauer und einem Zaun aus Kastanienholz angelegt werden und von einem Schotter- und Rasenweg, „damit die Pflanzen von beiden Seiten aus betrachtet werden können“, so Ulrich Ehlers, umgeben sind. Außerdem wird es auf dem Gelände, das die Gartenakademie von der „Vereinigten Hospitalstiftung zu Gardelegen“ gepachtet hat, ein Rondell und ein Spalier geben, an dem verschiedene Obstbäume gepflanzt werden sowie einen Platz mit Stauden und Sträuchern wie Johannisbeere und Stachelbeere, hinter dem eine Buchenhecke angelegt wird.

Die Arbeiten auf dem Gelände, die vom Altmarkkreis Salzwedel und der Staatskanzlei Magdeburg gefördert werden, begannen bereits im Februar, doch wegen der Witterung im März kam es zu einer Pause, sodass es erst nach Ostern weiterging, „mit einer Verzögerung von drei Wochen“, wie Heidi Linde von der Gartenakademie erklärte. Dennoch konnten schon die Beete, der Kastanienzaun und die Wege angelegt sowie eine Fläche mit etwa 2500 Lilien angebaut werden. Beim gestrigen Arbeitseinsatz wurden die Stauden eingesetzt, in nächster Zeit folgen weitere Bepflanzungsarbeiten, wie am morgigen Sonntag das Einpflanzen der Luther-Rosen und des Apfelbaumes während der Eröffnung des Heil- und Nutzpflanzengartens ab 14 Uhr.

Dieser soll dann ein „Schaugarten“ für die Bürger sein, wie Heide Linde erklärte, es wird auch noch Sitzgelegenheiten geben. Schulklassen können den Garten der Kapelle St. Georg – die Kapelle selbst soll auch für Veranstaltungen der Gartenakademie genutzt werden – zudem ab Mai als „außerschulischen Lernort“ nutzen, informierte Christa Ringkamp von der Gartenakademie. Doch jetzt „muss erstmal alles anwachsen“, so Heidi Linde. Und wenn die Bäume und Sträucher Früchte tragen, „kann genascht werden“, sagte Ulrich Ehlers schmunzelnd, „und wenn es viele Früchte in diesem Jahr gibt, kocht die Gartenakademie vielleicht Marmelade, aber über die genaue Verarbeitung wird dann erst überlegt.“

Von Ina Tschakyrow

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