Gunnar Herms stellt in der Volksbank beeindruckend lebensnahe Tiermotive vor

„Schau mir in die Augen“

Gunnar Herms mit seinem überaus lebendigen Katzenbild, das allerdings schon jemand erworben hat. Aber auch die anderen Tiermotive des 18-Jährigen in Graffiti-Airbrush-Mischtechnik sind absolut sehenswert. Foto: Weisbach

Gardelegen/Berkau. Die Katze scheint einen mit ihren Augen hypnotisieren zu wollen. Der Hund blickt fast lächelnd den Betrachter an, wogegen die Gänsefamilie ganz unbeeindruckt auf dem See ihre Kreise zieht.

Komplettiert wird der Reigen mit einem majestätischen Pfauenkopf, einem schaukelnden Waschbären, einem heulenden Wolf und einem blauen Vogel, der sich aufplusternd in Szene setzt. Diese Bilder auf Leinwand sind derzeit im Flur der Gardelegener Volksbank zu bewundern.

Gemalt hat sie Gunnar Herms aus Berkau. Obwohl gemalt der falsche Ausdruck ist. Er wandte nämlich, wie er gestern zur Ausstellungseröffnung erklärte, eine spezielle Graffiti-Airbrush-Mischtechnik an, mit der die Graffiti-Farben mittels Airbrush-Spritzpistole aufgetragen werden. Somit können selbst feinste Härchen genau platziert werden, die zur Lebendigkeit der sieben Bilder beitragen, die in den kommenden vier Wochen zu sehen sind und erworben werden können. Auch während des Hansefestwochenendes, 3., 4. und 5. August, ist dies möglich. Der Flur des Geldinstitutes ist dann für Interessierte geöffnet.

Entwickelt hat die spezielle Technik Lars Oschatz aus Berlin, erläutert der 18-Jährige. Dieser setzt unter seinem Künstlernamen „Laurus“ vor allem farbenfrohe Naturmotive fotorealistisch um. Seine Motive haben den jungen Mann aus Berkau zu seiner aktuellen Bilderserie inspiriert, mit der er auch zeigen möchte, dass Graffiti-Farben nicht nur für Schmierereien, zum Beispiel an Hauswänden verwendet werden können. Gunnar Herms malt bereits seit seiner frühesten Kindheit, beschäftigte sich zunächst mit Graffiti und kam dadurch zum Airbrush. Mit dieser Technik hat er bereits sein Moped sowie eine Tür seines Autos verziert. Dort ist der Joker aus Batman zu sehen. Auch das Auto seiner Mutter Birgit hat er gestaltet – mit einer Friseurin. Da er auch diese künstlerische Form ausbauen möchte, hat er sich einen entsprechenden Lehrberuf gesucht. Anfang August beginnt er eine Lehre zum Fahrzeuglackierer in Klötze. Dann kann er seine Airbrush-Bilder später einmal selbst konservieren.

Zu seiner ersten Ausstellung inspiriert hat ihn auch Ramona Heindorf, die Leiterin der Volksbankgeschäftsstelle in Gardelegen, die mit Birgit Herms seit vielen Jahren befreundet ist und Gunnar sozusagen aufwachsen sah. Sie war von den bisherigen Kunstobjekten so begeistert, dass sie ihn ermunterte, Bilder für eine Ausstellung zu malen – was er mit Freuden in Muttis Garage tat.

Von Elke Weisbach

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