Trotz derzeitiger Trockenheit: Kein zusätzlicher Aufwand für Schäfermeister Gaudian

Schafe brauchen kein Extra-Wasser

Wassertröge, wie hier bei einem Schulbesuch in der Schäferei Gaudian, sind trotz der momentanen Trockenheit für Schafherden nicht nötig: Durch das Grasen bekommen sie genügend Flüssigkeit.

Gardelegen. Joachim Gaudian, Gardelegens Schäfermeister, hat ein Problem: „Manch einer hält uns Schäfer für Tierquäler“, sagt er.

Schäfermeister Joachim Gaudian.

In der Vergangenheit habe es in Deutschland mehrere Anzeigen gegen Schäfer wegen Tierquälerei gegeben, weil Schafe angeblich nicht genügend Wasser bekommen würden. Auch angesichts der derzeit herrschenden Trockenheit – rund um Gardelegen hat es in den vergangenen vier Wochen so gut wie keinen Regen gegeben – beruhigt Joachim Gaudian aber alle unwissenden Tierfreunde. „Grundsätzlich benötigen Schafe kein zusätzliches Wasser. Auch nicht im Hochsommer. “.

Denn die blökenden Vierbeiner fressen den ganzen Tag über Gras. Und darin ist genügend Flüssigkeit vorhanden. Die kleinen Lämmer nuckeln noch an der Muttermilch des Mutterschafes. Selbst ein aufgestellter Wassertrog würde, so weiß Gaudian, nichts nutzen: Die Schafe nehmen durch ihr Grasen genügend Nährstoffe und Flüssigkeit zu sich. „Manchmal“, so erzählt der Schäfermeister, „trinken unsere Schafe auch mal aus Pfützen.“ Erstaunlicherweise übrigens nie aus fließenden Gewässern. Warum das so ist, ist nach Aussage von Joachim Gaudian nicht zweifelsfrei geklärt. Er vermutet aber: „Das Fließwasser ist den Schafen schlichtweg zu kalt.“

Auch wenn die Trockenheit in der hiesigen Region wohl noch ein paar Tage anhalten wird: Die Schafe erleiden keinen Durst. Und sollten die Jungtiere tatsächlich herzhaft blöken, dann nicht, weil sie nach Flüssigkeit dürsten. „Sondern weil sie sich auf diese Weise gegenüber dem Mutterschaf zu erkennen geben“, klärt Joachim Gaudian auf.

Von Stefan Schmidt

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