Für Solpker Gotteshaus drei Bauabschnitte vorgesehen / Dach und Einbau einer Winterkirche folgen

Sanierung mit Kirchturm gestartet

Der Kirchturm ist eingerüstet. Die Sanierungsarbeiten im Inneren haben begonnen. Die neuen Eichenbalken werden über das geöffnete Kirchendach in den Turm geschoben. Foto (5): Weisbach
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Der Kirchturm ist eingerüstet. Die Sanierungsarbeiten im Inneren haben begonnen. Die neuen Eichenbalken werden über das geöffnete Kirchendach in den Turm geschoben.
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Solpke. Dass der Solpker Kirchturm saniert werden muss, um weiterhin seine Standfestigkeit zu sichern – darüber wurde im Gemeindekirchenrat schon seit langem gesprochen, nachdem es im oberen Bereich mal einen großen Wasserschaden gegeben hat.

Und das gilt auch für die Pläne der Integration einer Winterkirche in den hinteren Bereich des Gotteshauses für die Zeit, wenn der Nutzungsvertrag für den Gemeinderaum ausläuft.

Restaurator Eckhard Lemke (v.l.), Zimmerer Jörg Lamster, Gemeindekirchenrat Joachim Mewes und Pfarrer Gerd Hinke im Konfi-Raum.

Nun werden sprichwörtlich Nägel mit Köpfen gemacht. Der Kirchturm ist eingerüstet. Die Sanierungsarbeiten im Inneren haben begonnen, wie Pfarrer Gerd Hinke bestätigt. Er traf sich am Dienstagnachmittag mit dem Solpker Gemeindekirchenrat Joachim Mewes, dem zuständigen Restaurator Eckhard Lemke, dem Architekten Dr. Berthold Heinecke sowie einem Vertreter der Glockenbaufirma vor Ort zu weiteren Absprachen.

Joachim Mewes vom Gemeindekirchenrat und Pfarrer Gerd Hinke vor der Bauwand, die das Kircheninnere vor Dreck und Staub schützt.

Der erste Bauabschnitt, der nun begonnen hat, betrifft den Kirchturm, erläutert Hinke. Dieser muss grundlegend saniert werden, da die Balkenlage im Inneren eine grundlegende Fehlstellung aufweist, wie ein Gutachter erbrachte. Zahlreiche Eichenbalken müssen ausgetauscht werden. Da die großen Stützpfosten und Querschnitte nicht über die schmale Stiege nach oben gebracht werden können, wurde das Kirchendach neben dem Turm geöffnet. Von dort werden die Holzbalken ins Innere des Turmes hineingeschoben, wo sie von Zimmerer Jörg Lamster und seinem Azubi Lucas Hannes bearbeitet, angepasst und eingebaut werden.

Bis Herbst soll die Kirchturmsanierung abgeschlossen werden, sodass zum Winter das Kirchendach erst einmal wieder geschlossen werden kann – allerdings nur bis zum Beginn des zweiten Bauabschnittes. Denn im kommenden Jahr soll laut Pfarrer Hinke das Kirchendach saniert werden, bevor man sich im dritten Jahr dem Umbau im Kircheninneren widmet.

Lucas Hannes bearbeitet einen Eichenbalken, der anschließend angepasst und in den Kirchturm eingebaut wird.

Dieses wird seit Beginn der Bauarbeiten durch eine Holzwand vor Schmutz und Staub geschützt, sodass das Gotteshaus weiterhin von der Kirchengemeinde genutzt werden kann. Hinter der Wand verbirgt sich auch der frühere Konfirmandenraum, der in den vergangenen Jahren nur noch vom Posaunenchor bei besonderen Gottesdiensten genutzt wurde und separat betreten werden kann. Dieser soll im Zuge der Umbauarbeiten abgerissen werden, um Baufreiheit für die dann ebenerdige und auch beheizbare Winterkirche für Christenlehre, Konfirmandenunterricht, Seniorentreffen und ähnliches zu erhalten. Über die Gestaltung und Größe, so Hinke, werde derzeit noch gesprochen. Denn die Solpker Kirche bietet nur begrenzten Raum. Eventuell werde eine bewegliche Wand zum Kirchenschiff hin eingebaut, die je nach Bedarf geöffnet und geschlossen werden kann.

Möglich wird die umfangreiche Sanierung, die über 100 000 Euro kosten wird, durch verschiedene Förderungen. Die Landeskirche, der Kirchenkreis Salzwedel, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa), das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) und Lotto-Toto beteiligen sich. Denn die Kirchengemeinde allein hätte die Maßnahme mit ihren Eigenmitteln nicht umsetzen können.

Von Elke Weisbach

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