Sanierung der gesperrten Sporthalle in Solpke könnte fast eine Million Euro kosten

„Es wäre dann nichts mehr da“

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Solpkes Ortsbürgermeisterin Bärbel Goecke warb eindringlich für die Sanierung der örtlichen Sporthalle. Hinter ihr Vertreter des SV Komet Solpke und weitere Einwohner, die zur Gardelegener Bauausschuss-Sitzung gekommen waren.

Gardelegen / Solpke. Die Sanierung der seit Dezember gesperrten Sporthalle in Solpke könnte teuer werden. Das erfuhren die Mitglieder des städtischen Bauausschusses während ihrer Zusammenkunft am Montagabend.

Und auch mehrere Mitglieder des SV Komet Solpke sowie Ortsbürgermeisterin Bärbel Goecke waren im Rathaussaal dabei, als Bauamtsleiter Engelhard Behrends verschiedene Sanierungsvarianten vorstellte.

Zur Erinnerung: Ende des vergangenen Jahres wurden Schäden an Dachbindern im First der Halle festgestellt. Folge: Die Halle wurde gesperrt, Stützen angebracht. Seitdem ruht dort der Übungsbetrieb, es muss – wenn möglich – auf andere Hallen ausgewichen werden.

Die Stadt habe nun einen Planer beauftragt, die Kosten für eine Sanierung zu ermitteln. Es handele sich dabei nach ersten Schätzungen um eine Summe von 970 000 Euro, erläuterte Behrends – zum Schrecken der Anwesenden. „Die Halle ist eigentlich fertig und verschlissen“, schätzt er ein. Es handele sich um ein „schwieriges Unternehmen“. Weitere Varianten wären die Verkleinerung der Halle, das Anbringen von Klebebindern oder auch nur die Dachreparatur. Letzteres sei zwar am preiswertesten – aber wohl nicht am nachhaltigsten.

Bärbel Goecke, Solpkes Ortsbürgermeisterin, hielt daraufhin ein emotionales Plädoyer für die Hallensanierung. „Wenn die Halle auch noch weg ist“, erinnerte sie an die Schließung der Solpker Grundschule vor einem halben Jahr, „dann ist Solpke nur noch ein Schlafdorf.“ Es wäre dann für die 571 Einwohner „nichts mehr da.“ Auch der Hauptnutzer der Halle, der SV Komet Solpke, plädiert für eine Sanierung. Bärbel Goecke dazu: „Das Vereinsleben hält den Ort am Leben.“ Sportvereins-Vorstandsmitglied Dietmar Collatz verteilte eine Auflistung der Hallenbelegung, die besagt: Die Solpker Sporthalle war bis zu ihrer Sperrung komplett ausgebucht. Werktags zwischen 16 und 22 Uhr gebe es keine freie Minute – vormittags ist die Halle für den Schulsport gebucht.

Sven Grothe, Mitglied im Bauausschuss und Einwohner von Solpke, warb ebenfalls für eine Lösung. Der Sportverein habe immerhin 150 Mitglieder, argumentiert er. Und: Die Halle werde auch von Bewohnern der Nachbardörfer genutzt, deshalb müsse man „überregional denken“, schlug Sven Grothe vor. „Dann bauen wir eben mal keine drei Straßen, sondern sanieren stattdessen die Halle.“

Grothe erinnerte auch daran dass Solpke. „in der jüngeren Vergangenheit die A...karte gezogen hat.“ Beispiele: Schließung der Grundschule im Sommer, Brand und damit Nicht-Nutzung der einstigen Schulspeisung („Unser Dorfgemeinschaftshaus“) im November. Dass nun auch noch die Sporthalle dauerhaft ungenutzt bleibe, könne man den Einwohnern nicht zumuten.

Gustav Wienecke, Stadtratsmitglied und Ortsbürgermeister von Wannefeld, sprang den Solpkern bei. „In Mieste wird alles neu“, brachte er den Nachbarort ins Gespräch, wo Schule, Kita und Feuerwehr-Gerätehaus mit Millionenaufwand in Angriff genommen werden. „Dann dürfen wir die kleinen Dörfer wie Solpke nicht vergessen.“ Denn „dann haben sie bald gar nichts mehr.“

Engelhard Behrends mochte nicht sagen, ob die Solpker Sporthalle in diesem Jahr überhaupt genutzt werden kann. Soll heißen: Egal ob und wie saniert wird – die Halle bleibt wohl noch länger zu.

Zumal das Thema erst noch in den städtischen Ausschüssen und im Stadtrat selbst behandelt werden muss. Am Montagabend, im Bauausschuss, stand die Solpker Sporthalle nicht auf der Tagesordnung. Diskutiert haben die Ausschussmitglieder wurde unter dem Punkt „Verschiedenes“.

Von Stefan Schmidt

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