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Sanierung des Miester Dorfteiches hat begonnen

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Teich in Mieste
In die Mitte des Dorfteiches soll eine Enteninsel eingerichtet werden. © Renate Heinze

Die Sanierung des Dorfteiches in Mieste hat begonnen. Immer wieder wurde das Vorhaben verschoben, kürzlich konnte nun mit der Entschlammung begonnen werden. Es soll unter anderem eine Enteninsel entstehen.

Mieste – Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem die Sanierung des Dorfteiches in Mieste immer wieder verschoben werden musste, haben nun vor wenigen Tagen die Arbeiten an diesem Gewässer begonnen. Zuvor hatten die Jugendlichen des Miester Angelvereins die wenigen Fische abgekeschert und zur Wernitzer Kieskuhle gebracht.

Als erstes wurde die Entschlammung in Angriff genommen. Dabei baggerte die Technik etwa 600 Kubikmeter Erde, die in den Seitenbereichen gelagert wurde, aus. Wie Ortsbürgermeister Andy Neubauer informierte, werden mit dem Schlamm rechts und links die Böschungen saniert: „Dadurch, dass die Enten da immer wieder rauf und runter gingen, war das Bankett an vielen Stellen abgebrochen. Jetzt erfolgen eine zusätzliche Befestigung der Uferbereiche mit Steinen und um besser mähen zu können, eine Begradigung der angrenzenden Flächen.“

Der kleine Holzzaun, da, wo das große Insektenhotel aufgestellt ist, bleibt entfernt. Neubauer: „Der gammelt vor sich hin, muss ständig gepflegt werden und kostet der Stadt nur Geld. Dafür wird als optische Abgrenzung ein Blühstreifen angelegt.“

Uferbereich wird neu gestaltet

Die Stirnseiten des Teiches werden abgeschrägt, damit man bis an das Wasser gelangen kann. „Früher sind die Bauern mit den Ackerwagen durch den Teich gefahren. Die Holzräder quollen durch das Wasser auf und die Eisenringe hörten auf zu klappern. Bevor es dann abends vom Feld wieder nach Hause ging, wurde das gleiche Spiel wiederholt. Das gehört aber nun der Vergangenheit an“, sagte der Ortsbürgermeister. In die Mitte des Teiches, der 1978 das letzte Mal entschlammt wurde, wird eine Enteninsel eingerichtet. Zu DDR-Zeiten gab es an dieser Stelle mal ein Entenhaus. Eine Fehlinvestition, wie sich schon bald herausstellte. Denn die Fischreiher hatten immer großen Appetit auf die Enteneier. Jetzt soll auf der Insel zum Schutz der Enten Schilf angepflanzt werden. Doch das wird noch ein paar Tage dauern. „Die Insel muss mit dem vorhandenen Schlamm Stück für Stück noch mindestens einen Meter angehoben werden. Das hängt davon ab, wie das Grundwasser drückt. Den einen Tag war der Teich fast leer, am Tag darauf hatten wir einen Wasserstand von etwa 20 Zentimetern“, erklärte Andy Neubauer.

Bleibt dann noch etwas von dem ausgehobenen Schlamm über, soll der Schlamm auf landwirtschaftliche Flächen gegeben werden. „Dank der guten Laborwerte ist die Erde als guter Dünger einsetzbar. Und die Landwirte würden sich freuen, diesen verwenden zu können. Denn Dünger ist derzeit eine Rarität, da fast alles aus dem Gebiet geliefert wurde, wo jetzt Krieg herrscht“, sagte der Ortsbürgermeister.

Umbau des Trafohäuschens

Miteingebunden in die Sanierung des Dorfteiches, die sich auf 70.000 Euro beläuft und komplett aus dem EU-Fördermitteltopf finanziert wird, ist dann auch der Umbau des Trafohäuschens. Die Stadt als derzeitiger Eigentümer wird dann nach Abschluss der Arbeiten das Gebäude an das Biosphärenreservat Drömling übergeben. In dem Trafohaus sollen dann Schleiereulen und andere Vögel ein neues Zuhause finden.

Wer zukünftig die Pflege des Dorfteiches übernehmen wird, ist derzeit noch unklar. Ortsbürgermeister Andy Neubauer steht mit dem hiesigen Angelverein in Kontakt. Doch der hält sich momentan mit seiner Aussage noch bedeckt und möchte erst den Abschluss der Arbeiten abwarten.

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