39-jährige Gardelegenerin sitzt neu im Landtag

Sandra Hietel: „Das Leben findet vor Ort statt“

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Sandra Hietel in ihrem Wahlkreisbüro
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Sandra Hietel aus Gardelegen sitzt neu im Magdeburger Landtag.

Gardelegen – Seit nunmehr zwölf Jahren pendelt Sandra Hietel von ihrem Wohnort Gardelegen in die Landeshauptstadt Magdeburg. Dies wird sie auch in den kommenden fünf Jahren tun – aber in neuer Funktion. Hietel, in Gardelegen geboren und Mutter einer achtjährigen Tochter, war bisher Pressesprecherin der CDU-Landtagsfraktion. Im Juni wurde die 39-Jährige als Direktkandidatin in den Landtag gewählt. Der Arbeitsort bleibt also nahezu identisch, die Aufgabe ist aber neu.

Abläufe schon kennengelernt

„Natürlich ist es von Vorteil“, erzählt sie, „wenn ich die Abläufe und Gepflogenheiten im Landtag schon kennengelernt habe“. Sandra Hietel saß in den vergangenen Wochen mit an den Verhandlungstischen für die neue Koalitionsvereinbarung. Am 16. September soll das Kabinett um Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Landtag vereidigt werden. Hietel ist umwelt- und energiepolitische Sprecherin ihrer Fraktion und stellvertretende Parlamentarische Geschäftsführerin.

Neben der Mandatstätigkeit im Landtag will Sandra Hietel aber auch kommunalpolitisch tätig bleiben. Sie sitzt im Gardelegener Stadtrat, ist Vorsitzende des städtischen Sozialausschusses und Vorstandsmitglied im Kinderklinik-Förderverein „Kindertraum“. All dies will sie beibehalten. Den Spagat zwischen Landtagsmandat und Kommunalpolitik „muss ich irgendwie bewältigen“, sagt sie. Denn nur so erfahre sie direkt, wo der Schuh drücke. Denn für Hietel steht fest: „Das Leben findet vor Ort, in den Kommunen, statt. Und nicht im Landtag in Magdeburg.“ So wolle sie sich für mehr Gestaltungsfreiheit der Kommunen bei der Schaffung von Eigenheimgebieten einsetzen. „Die Grundstückspreise in der Altmark sind im Vergleich zu den Ballungsräumen relativ niedrig, die Nachfrage ist da.“ Darauf müsse man flexibel reagieren. Und das könne man am besten vor Ort, ist sich Sandra Hietel sicher.

Ein anderes Beispiel ist die Energiewende. Sie werde kommen, sei auch notwendig, ist sich die 2007 in die CDU eingetretene Hietel sicher. „Aber nicht, indem man einen schnellen Cut macht“, also beispielsweise Benziner oder Dieselfahrzeuge im Straßenverkehr verbieten wolle. Ihre Einschätzung: „Die herkömmlichen Energiequellen werden wir auch weiterhin benötigen.“

Früher in der Tourismusbranche

Dass Sandra Hietel nun Berufspolitikerin ist, sei so nicht geplant gewesen. Sie hat BWL studiert, in der Tourismusbranche gearbeitet. „Im Jahre 2004 hatte ich sogar das Angebot, auf Mallorca zu arbeiten“, erzählt sie. Hietel blieb aber in der Heimat und hat es bis heute nicht bereut. 2009 habe sie der frühere Gardelegener Bürgermeister Hartmut Krüger angesprochen und gefragt, ob sie nicht für den Stadtrat kandidieren wolle. „Er hat mich ins Reutter-Haus eingeladen, ich habe dann zugesagt.“

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