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Druschba heißt Freundschaft

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Von: Stefan Schmidt

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Zwei Frauen vor Tafel
Die russische Sprache soll den Gymnasiasten nähergebracht werden. © Stefan Schmidt

Ein „Russomobil“ will Deutsche und Russen näherbringen.

Gardelegen – Der Termin war schon lange vereinbart. Weit bevor Wladimir Putin im Namen Russlands die Ukraine angegriffen hat. Und so las Ekaterina Kozlova, Lektorin des „Russomobils“ des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften, am Montagvormittag im Gardelegener Geschwister-Scholl-Gymnasium vor den insgesamt vier sechsten Klassen eine Erklärung vor. Darin werden die „schrecklichen und beschämenden Angriffe Russlands auf die Ukraine“ verurteilt. Dieser „Angriffskrieg“ sei „durch nichts“ zu rechtfertigen und „unverzüglich einzustellen“. Und auch Steffi Ros, die Leiterin des Gymnasiums, verurteilt den Krieg: „Wir verabscheuen den Überfall des russischen Präsidenten auf den ukrainischen Staat.“

Ekaterina Kozlova und ihre Kollegin Oksana Kogan-Pech, die Projektleiterin, werben mit dem „Russomobil“ für die russische Sprache. Russisch wird am Geschwister-Scholl-Gymnasium neben Französisch und Spanisch als zweite Fremdsprache angeboten – Englisch ist die erste Fremdsprache. Zwar gebe es, so berichtet Steffi Ros, genügend Russisch-Lehrer am Gardelegener Gymnasium, auch jüngere Kollegen. Aber vor allem Französisch sei bei den Schülerinnen und Schülern beliebter. Gleichwohl gelte trotz der aktuellen politischen Lage: „Selbstverständlich steht einer Fortführung der russischen Sprache nichts entgegen.“ Das „Russomobil“ war in Absprache mit dem Landes-Schulamt am Jägerstieg in Gardelegen vor Ort und hat auch schon in anderen Gymnasien der Region für Russisch als Fremdsprache geworben.

Dies taten Oksana Kogan-Pech und Ekaterina Kozlova dann auch im zweiten Stock des Schulgebäudes vor den sechsten Klassen, deren Schüler sich ab Klassenstufe sieben für eine zweite Fremdsprache entscheiden müssen. Und so übten die beiden Frauen mit den Schülerinnen und Schülern eingängige russische Wörter wie „Druschba“, also „Freundschaft“. Dazu durften sich die Sechstklässler auf Russisch vorstellen. Außerdem gab es einen Appell, trotz allem miteinander zu reden und in Kontakt zu bleiben. „Gerade jetzt geht es um Begegnungen“, trug Ekaterina Kozlova gegenüber den Schülern vor. Wer seine „eigene Sichtweise gewaltsam anderen aufzwingt, vergreift sich nicht zuletzt an unserer Zukunft“.

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