1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Gardelegen

Runder Tisch für Hasso und Mieze

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Zu viele Hunde, zu viele Katzen: Das Tierheim in Gardelegen platzt aus allen Nähten. Nun soll ein Runder Tisch Lösungsvorschläge erarbeiten. Das hat der städtische Hauptausschuss entschieden.

Gardelegen - Von Stefan Schmidt. Ein Runder Tisch soll alle Probleme buchstäblich auf den Tisch bringen. Das hat der Gardelegener Hauptausschuss während seiner Zusammenkunft am Dienstagabend entschieden. Thema der Tagung: Die Probleme im Gardelegener Tierheim.

Mehrere hauptamtliche Kräfte und mehr Geld. Das ist die Forderung des Tierschutzvereins Gardelegen / Klötze. Mit diesem Thema befasste sich am Dienstagabend der Gardelegener Hauptausschuss. Denn der Betreiber des Tierheims hat einen Hilferuf gestartet: Das Areal am Lüffinger Dreieck sei zu klein, die Gebäude veraltet, es gebe nicht genügend Mitarbeiter, die ehrenamtlichen Helfer könnten nicht alles alleine schultern. So die Beschreibung von Stefan Quisdorf während einer jüngst vor Ort durchgeführten Fraktionssitzung der SPD.

Hartmut Krüger, Gardelegens Stadtratsvorsitzender, berichtete von Gesprächen mit dem VHS-Bildungswerk, dem Träger des Schullandheims, und der Lebenshilfe Altmark-West. Mit eben dieser Lebenshilfe hat auch schon das städtische Ordnungsamt gesprochen. Denn sie betreut das Tiergehege am Wall, ist also mit ihren Mitarbeitern erfahren im Umgang mit Vierbeinern. Krüger schlägt eine Kooperation zwischen den Einrichtungen und dem Tierschutzverein vor. Genau deshalb möge man sich zusammensetzen und über die Thematik reden, regte der CDU-Mann an.

Genau das entschieden die Mitglieder des Gardelegener Hauptausschusses dann auch. Einzig Hannelore von Baehr, Fraktionschefin der Freien Liste, zeigte sich „ein wenig überrascht“ über diesen Vorstoß und kritisierte die Einrichtung eines Arbeitskreises. „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild´ ich einen Arbeitskreis“, zitierte von Baehr einen beliebten Behördenspruch. „Die Leute im Tierheim wissen aber wirklich nicht mehr weiter“, antwortete SPD-Fraktionschefin Mandy Zepig.

Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs sieht die Angelegenheit skeptisch. Er erinnerte im Gespräch mit der Altmark-Zeitung daran, dass die Stadt durchaus Hilfe gewähre: Geld und auch Lohnkostenzuschuss. Die Forderungen des Tierschutzvereins nach deutlich mehr Geld und hauptamtlichen Mitarbeitern seien „deutlich überzogen, geradezu unverschämt“, so Fuchs. Zumal er momentan keine Möglichkeit sieht, sofort Abhilfe zu schaffen. „Wir haben einen beschlossenen Haushaltsplan, wir können nicht mal eben einfach Geld zur Verfügung stellen“, betont Fuchs. Wann dieser Runde Tisch – laut Fuchs müsse auch der Landkreis dabei sein, die Kreisverwaltung will er ebenfalls mehr als bisher in die Pflicht nehmen – tagt, ist momentan noch völlig unklar. „So schnell geht das nicht“, wiegelt der Bürgermeister ab.

Auch interessant

Kommentare