Ausstellungseröffnung mit 16 Schautafeln über das Frauen-KZ Ravensbrück in der Gardelegener Bibliothek

Rosen als „lebensbejahende Symbole“

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Dr. Kai Langer, der Direktor der Landes-Gedenkstättenstiftung (2. von rechts), und Gardelegens Gedenkstättenleiter Andreas Froese-Karow (daneben) begrüßten die Besucher in der Bibliothek.

Gardelegen. Die Rose als Symbol für Hoffnung. Als Symbol für das Leben. Als Symbol für das Schöne – an einem Ort, an dem es eigentlich nichts Schönes gab.

Die Ausstellung „Die Rosen von Ravensbrück“ drückt die Hoffnung jener Inhaftierten aus, die im Frauen-Konzentrationslager (KZ) Ravensbrück nördlich von Berlin eingesperrt waren. Viele der Häftlinge malten solche Rosen als Zeichen der Zukunft, als Symbol eben jener Hoffnung auf bessere Zeiten. Bilder von damals sind ab sofort in der Gardelegener Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek im Schlüsselkorb zu sehen. Während der regulären Öffnungszeiten können sich Besucher anhand der 16 aufgestellten Schautafeln ein Bild von der damaligen Zeit machen. Am vergangenen Dienstag eröffnete Dr. Kai Langer, der Direktor der Landes-Gedenkstättenstiftung, diese Wanderausstellung, die erst zum zweiten Mal in Sachsen-Anhalt zu sehen ist.

Anhand von 16 Schautafeln wird das Schicksal der Inhaftierten des Frauen-KZ Ravensbrück anschaulich beschrieben.

Gardelegen hat nicht nur durch diese Ausstellung, die noch bis zu 30. Mai zu sehen ist, einen Bezug zu Ravensbrück. Auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe blühen Rosen, bereitgestellt von der „Stiftung brandenburgische Gedenkstätten“. Solche Rosen wurden zuerst an der Lagermauer von Ravensbrück gepflanzt. Dort gibt es ein Massengrab von Frauen aus Lidice, einem Ort im heutigen Tschechien. Lidice wurde von den Nazis als Racheakt niedergebrannt, die Männer des Dorfes ermordet und die Frauen nach Ravensbrück deportiert.

Langer machte in seiner Eröffnungsrede klar, dass der Ort der Ausstellung, die Gardelegener Bibliothek, deshalb gewählt wurde, weil das neue Besucher- und Dokumentationszentrum auf der Gedenkstätte erst noch errichtet wird. Dort wäre dann der ideale Ort für solcherlei Erinnerungen. Wie Gardelegens Gedenkstättenleiter Andreas Froese-Karow betonte, seien die Rosen von Ravensbrück „kleine lebensbejahende Symbole für das Überleben“ und somit „sehr wichtig“ für die Inhaftierten gewesen.

Von Stefan Schmidt

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