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„Ich bin infiziert vom Sammeln“

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Von: Stefan Schmidt

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Mann vor Glasschrank
Roland Schneidereit in seinem Garley-Raum © Stefan Schmidt

Der Gardelegener Roland Schneidereit sammelt Garley-Devotionalien

Gardelegen – Der Anlass war traurig. Ein guter Freund von Roland Schneidereit, der früher bei der Garley-Brauerei beschäftigt war, war vor zwei Jahren verstorben. Schneidereit, der gebürtiger Gardelegener ist, übernahm Teile der nun herrenlosen Sammlung des Verstorbenen: Devotionalien, die an die traditionsreiche Gardelegener Garley-Brauerei erinnern. Mittlerweile hat Schneidereit seine Sammlung nach und nach erweitert. „Über E-Bay, aber vor allem über private Kontakte“, so erzählt er. Im Laufe der vergangenen zwei Jahre hat er in einem seiner Zimmer in der Gardelegener Altstadt mehrere hundert Sammlerstücke liebevoll aufbewahrt. Neben diversen Gläsern, Fässern, Krügen und Bierdeckeln sind auch ungewöhnliche Exemplare dabei, die mit der Garley-Brauerei zu tun haben.

Beispielsweise eine CD mit dem Titel „Die Bierfahrer“. Dazu alte Fotos vom Bockbieranstich aus dem Jahre 1980 im Volkshaus mit dem damaligen Garley-Chef Horst Pieper. Von ihm hat Schneidereit ebenfalls diverse Sammlerstücke übertragen bekommen. Ein Sinnspruch aus Anlass des Volksfestes im Jahre 1975 fällt besonders ins Auge: „Was der Löwe unter den Tieren, ist Garley unter den Bieren“ ist dort fast schon lyrisch vermerkt.

Weitere seltene Aufbewahrungsstücke sind Taschenlampen mit dem Garley-Motiv, Zollstöcke, ein Jahreskalender aus dem Jahr 2001 und sogar ein Eiskratzer. Zu all dem kann Roland Schneidereit oft eine eigene Geschichte erzählen. Kommen Freunde oder Verwandte zu Besuch, dann führt der Hausherr seine Gäste nicht selten in das Zimmer, um seine Sammlung zu zeigen. Darunter befindet sich auch ein wohl 100 Jahre altes Bierglas, „das vermutlich älteste Stück, das ich besitze“.

In Gardelegen aufgewachsen, „gehörte das Garley-Bier immer schon zur Stadt“, sagt Roland Schneidereit. Als die Brauerei in den 1990er Jahren pleite ging, übernahmen die Gebrüder Hösl – Albert und Maximilian – aus Mitterteich in Bayern die Brauerei. „Vor allem Albert Hösl hat damals sehr viel in Werbung investiert“, erinnert er sich –manches Exemplar stammt folgerichtig aus dieser Zeit.

Nachdem Garley die Produktion im Mai 2013 eingestellt hatte, wird seit 2021 durch die Gardelegener Braugesellschaft wieder Bier in Gardelegen gebraut. Das findet Roland Schneidereit „prima“ und freut sich über die Fortsetzung der Brautradition in Gardelegen.

Für ihn steht fest, dass er auch weiterhin Erinnerungsstücke von Garley – Garley gilt als die älteste Biermarke sowie ältester durchgehend bestehender Markenname der Welt – sammeln wird. „Ich bin infiziert“, lacht er. Platz für weitere Sammlerstücke habe er noch, versichert der Familienvater aus Gardelegen: „Unser Haus ist dafür groß genug.“

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