IM GERICHT: Mehrfach alkoholisiert auf dem Moped

Richter-Ermahnung an Klötzer: „Damit dürfen Sie nicht fahren“

Gardelegen / Klötze – Ein 63-Jähriger Mann aus einem Ortsteil der Einheitsgemeinde Klötze fuhr mehrmals im April und Mai alkoholisiert Moped, wie der Staatsanwalt bei der Gerichtsverhandlung im Gardelegener Amtsgericht am Dienstag erklärte.

Bei einer Fahrt am 27. April war der Mann mit 1,98 Promille unterwegs. Bei dieser Fahrt fuhr der Angeklagte mit seinem Moped gegen ein anderes Auto. Es entstanden etwa 2000 Euro Schaden. Nachdem er seinen Personalausweis ausgehändigt hatte, fuhr der 63-Jährige weiter. Ähnlich hohe Promillewerte hatte der Mann bei drei weiteren Fahrten mit seinem Moped. Deswegen wurde er dreimal wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr und einmal wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr angeklagt, nachdem er nach dem Unfall, als er bereits wusste, dass er alkoholisiert ist und nicht weiterfahren darf, trotzdem seine Fahrt fortsetzte. Fast monatlich seien diese alkoholisierten Fahrten vorgekommen, erklärte Richter Axel Bormann. Danach soll der Angeklagte erneut mehrmals unter Alkoholeinfluss mit seinem Moped unterwegs gewesen sein.

Der 63-Jährige hat keinen Führerschein. Ohne Fahrerlaubnis können aber Mopeds bis zu maximal 25 Stundenkilometern gefahren werden. Das Moped des Mannes fuhr aber bis zu 45 km/h. „Damit dürfen Sie nicht fahren“, sagte Axel Bormann eindringlich zu dem Angeklagten. Dieser braucht für ein Moped mit dieser Geschwindigkeit eine Fahrerlaubnis. Auch der Staatsanwalt machte deutlich, dass 25 Stundenkilometer das oberste Limit seien.

Der Mann erklärte, dass seine Lebensgefährtin im März verstorben sei. Kurze Zeit später begannen die Fahrten unter Alkoholeinfluss. Dafür zeigten Richter und Staatsanwalt zwar Verständnis. Der Mann wurde wegen der Regelmäßigkeit der Fahrten dennoch zu einer Geldstrafe von 2625 (75 Tage á 35 Euro) und einer einjährigen Sperrfrist für die Erlangung des Führerscheins verurteilt.

Richter Axel Bormann appellierte an den Angeklagten, nicht mehr alkoholisiert zu fahren und das Moped auf 25 Stundenkilometer drosseln zu lassen. Wenn der Mann wieder von der Polizei erwischt werde, während er unter Alkoholeinfluss mit seinem Moped fährt, werde nicht nur das Fahrzeug beschlagnahmt, sondern es könnte auch zu einer Freiheitsstrafe kommen.

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