Stadt Gardelegen hat für alle aktiven Einsatzkräfte der Wehren spezielle Unfallkasse abgeschlossen

Wer rettet, soll gut versichert sein

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Feuerwehreinsätze wie der vom Mai 2017 beim Brand von Frapa-Plast können auch zur Folge haben, dass sich Einsatzkräfte verletzen. Daher hat die Stadt Gardelegen vor wenigen Tagen eine Versicherung über die Feuerwehr-Unfallkasse abgeschlossen.

Gardelegen. „Sie setzen ihre Gesundheit und sogar ihr Leben für uns alle aufs Spiel. Dann sollen sie auch angemessen abgesichert sein."

Das sagt Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig und meint die 630 aktiven Feuerwehrleute, die es im gesamten Gardelegener Stadtgebiet gibt.

Fast täglich muss eine der Wehren ausrücken – zu Verkehrsunfällen, zu Bränden, aber auch mal zu vermeintlichen Bagatelleinsätzen wie einer Tierrettung. Stets fährt die Gefahr mit, als aktiver Kamerad verletzt zu werden. In solchen Fällen springt die Feuerwehr-Unfallkasse ein – aber nicht immer. Laut Mandy Zepig habe man nun von Seiten der Stadt eine zumindest für die Altmark neuartige Regelung getroffen, um die Einsatzkräfte besser als vom Land vorgesehen gegen eventuelle Schäden zu versichern. In einem Vertrag mit der Generali-Versicherung, dessen Versicherungsmakler Gunhard Schulz gestern bei einem Informationsgespräch im Gardelegener Rathaus war, sind Details ausgearbeitet worden. Details, die nach Ansicht von Gardelegens Stadtwehrleiter Sven Rasch die Einsatzkräfte gut absichern.

8,93 Euro pro Einsatzkraft und Jahr – pro Jahr wären das also etwa 5600 Euro aus dem städtischen Haushalt – zahlt die Kommune, damit die aktiven Einsatzkräfte bei Einsätzen, bei Übungsabenden und Übungen, aber auch bei Hilfeleistungen wie der Absicherung von Fackelumzügen und dem Aufstellen von Maibäumen versichert sind. Und zwar „von der Alarmierung an“, wie Sven Rasch betont. Soll heißen: Wenn nachts um 3 Uhr die Sirene oder der Pieper ertönt, der Aktive buchstäblich aus dem Bett springt, auf dem Weg zum Privatauto, um zum Gerätehaus zu fahren, aber stolpert und die Treppe herunterfällt, gilt dies bereits als Unfall im Einsatz.

Ganz wichtig ist laut Mandy Zepig, dass die neue Regelung sogenannte Vorschäden abspaltet. Im Klartext heißt das: Wer nach einem körperlich anstrengenden Einsatz anschließend über Rückenschmerzen klagt, der erhält dennoch Hilfe von der Versicherung, auch wenn er zuvor schon Rückenprobleme gehabt hatte. „Oft übernimmt die bisherige Unfallkasse solche Fälle mit Vorschäden nicht“, weiß Sven Rasch.

Im Extremfall gibt es auch eine Invaliditätsleistung vom ersten Grad an, bis hin zur finanziellen Unterstützung von Hinterbliebenen. Seit mehreren Jahren habe es einen solchen Extremfall bei den Feuerwehren im Gardelegener Stadtgebiet jedoch nicht gegeben, weiß Sven Rasch.

Hinzu kommt: Versichert sind seit dem 1. Oktober – seit diesem Datum gilt die neue Feuerwehr-Unfallkasse für die Einsatzkräfte der Gardelegener Ortsfeuerwehren – auch vermeintliche Bagatellfälle wie die Folge von Zeckenbissen sowie Zahnersatz.

Von Stefan Schmidt

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