Rathauskeller bleibt wohl zu

Tief unter dem Gardelegener Rathaus befindet sich der Rathauskeller. Ein Notausgang wird nach jetzigem Stand nicht genehmigt. Damit ist auch die Idee von gewerblichen Veranstaltungen vorerst vom Tisch.

Gardelegen - Von Stefan Schmidt. Die Idee ist nicht schlecht. Aber sie ist teuer. Und mittlerweile auch nicht genehmigungsfähig. Der Keller unter dem Gardelegener Rathaus wird wohl so schnell nicht für gewerbliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Das teilte Bürgermeister Konrad Fuchs während der Stadtratssitzung am Montagabend mit.

Das Schreiben umfasst sechs Seiten. Konrad Fuchs, Gardelegens Bürgermeister, las nicht alle diese Seiten vor, als er am Montagabend ans Rednerpult im Gardelegener Rathaussaal ging. Während der Stadtratssitzung zitierte er die Stellungnahme des Landesverwaltungsamtes aus Halle nur auszugsweise. Doch auch diese Auszüge sind eindeutig. Denn die Genehmigungsbehörde für den Keller unter dem Gardelegener Rathaus versagt die Genehmigung für eventuelle gewerbliche Nutzungen.

Noch in den 1990-er Jahren gab es im Rathauskeller einige öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Empfänge beispielsweise, aber auch Bierausschank während der Hansefeste. Und als die Stadt vor wenigen Jahren unterhalb der Erde einen offiziellen Empfang für Vertreter der Partnerstädte gab, waren nicht wenige Gardelegener Stadträte vom Ambiente dermaßen begeistert, dass die Idee entstand, den Rathauskeller künftig für Veranstaltungen nutzbar zu machen.

Doch es gibt zahlreiche Hürden. Die wohl größte Hürde: Es müsste ein Notausgang her. Denn der einzige Ausgang aus dem dunklen Keller ist eine steile, enge und zudem nicht mehr ganz taufrische Steintreppe, die am östlichen Ende des Rathausturmes nach draußen führt. Bei eventuellen Havarien wäre diese Treppe im schlimmsten Fall eine böse Todesfalle.

Ein solcher Notausgang ist teuer. Und wird nun auch nicht genehmigt. Denn das Landesverwaltungsamt begründet diese Absage mit historischen Hinterlassenschaften im Rathauskeller, die bei einem Notausgang-Bau verschwinden müssten. So diente das dunkle Verließ als Kerker für Gefangene. Und zwar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, damals genutzt durch die Rote Armee.

Fuchs wollte es mit diesem Schreiben eigentlich bewenden lassen. Denn ohne eine Notausgang-Genehmigung, das machte er klar, habe eine weitere Diskussion um die Nutzung des Gardelegener Rathauskellers keinen Sinn mehr. Denn Sicherheitsvorschriften müssten unbedingt eingehalten werden – „nie war das Thema wichtiger als in diesen Tagen“, erklärte Fuchs mit Seitenblick auf die Loveparade-Katastrophe in Duisburg vom Sonnabend.

Doch Hartmut Krüger, Gardelegens Stadtrats-Vorsitzender, erwägt einen Widerspruch. Der wäre innerhalb von vier Wochen möglich, bestätigte Fuchs. Und so schlug Krüger vor, dass ein möglicher Widerspruch gegen das Rathauskeller-Aus im nächsten Bauausschuss beraten werden soll. Die Mitglieder des Stadtrates gingen mit diesem Vorschlag mit.

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