Weg nach Kämkerhorst auf Platz 1

Prioritätenliste für Förderung Ländlicher Wege in Gardelegen

Rienbeckweg in Gardelegen
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Der Rienbeckweg in Gardelegen steht auf der Prioritätenliste.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Ab diesem Jahr gibt es wieder eine Förderung für den Ländlichen Wegebau. Weil es einen hohen Bedarf gibt, hat die Stadt Gardelegen eine Prioritätenliste erstellt. Auf Platz 1 ist der Weg nach Kämkerhorst.

Gardelegen – Ende 2020 habe das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) informiert, dass es in diesem Jahr wieder die Möglichkeit geben könnte, Maßnahmen für den Ländlichen Wegebau zu fördern. Darüber informierte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel in den städtischen Ausschüssen, was bereits in den 1990er Jahren möglich war, ehe der Ländliche Wegebau nur noch über Flurneuordnungsverfahren realisiert werden konnte. Im Hauptausschuss konnte er berichten, dass die Fördermöglichkeit vom ALFF bestätigt wurde und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt das Geld bereitstellt. Es gibt insgesamt zwei Millionen Euro. Damit würde, wenn der Antrag der Stadt genehmigt wird, schon die Hälfte dieses Geldes für einen Weg in der Einheitsgemeinde verwendet werden. Die Kosten für die Sanierung des Weges nach Kämkerhorst belaufen sich auf eine Million Euro. Zudem muss der Antrag für die Förderung bereits gestellt werden, die Frist kurzfristig bekannt gegeben wurde.

Da es einen hohen Bedarf an der Sanierung der Wege gibt, wurde eine Prioritätenliste für Ländliche Wege erstellt. Ottmar Wiesel erklärte, dass dafür berücksichtigt wurde, ob der Weg nur für die Landwirtschaft genutzt wird, ob der Weg eine Anbindung an bestehende Wohngrundstücke hat und ob der Weg multifunktional ist, insbesondere für Tourismus. Die zehn Wege wurden aus Anmeldungen aus Ortschaftsräten, von Landwirten und Bewohnern ausgewählt, sodass die Prioritätenliste von der Stadtverwaltung erstellt wurde (siehe Info-Kasten).

Verwaltungsvorschlag:
1. Weg nach Kämkerhorst
2. Weg nach Krügerhorst
3. Rienbeckweg 2 (Ausbau)
4. Weg Breiteiche bis zur Ohre (Zander)
5. Köckte - Betonplattenweg (Sanierung)
6. Köckte - Mastenweg (Ausbau)
7. Lindstedter Weg nach Lindstedterhorst
8. Breitenfeld - Solpker Weg
9. Rienbeckweg 1 (Ausbau)
10. Kuhschlagweg (Verlängerung, Ausbau)

Im Finanzausschuss stellte Peter Wiechmann den Antrag, den Weg zwischen Breitenfeld und Solpke auf Platz 3 zu verschieben und den Rienbeckweg 2 auf Platz 8. Ottmar Wiesel erklärte, dass sich der Rienbeckweg 2 auf Platz 3 befindet, weil dieser südwestlich von Gardelegen die anliegenden landwirtschaftlichen Flächen erschließt und eine Zuwegung zur „Blauschen Villa“ ist. Dieser Weg ist zudem eine fahrradtouristische Verbindung zwischen Ipse und Gardelegen. Auf Nachfrage von Peter Wiechmann erklärte der Bauamtsleiter, dass sich der Rienbeckweg 1, der eine Verbindung zwischen der südlichen Milde und dem südlichen Bereich von Gardelegen ermöglicht, auf Platz 9 befindet, weil dieser zwar eine Gartenanlage und Wohnbebauung erschließt, aber nicht direkt bis an die Wohnbebauung verläuft. Der Weg zwischen Breitenfeld und Solpke sei zwar wichtig, so Ottmar Wiesel, aber er erfülle nicht alle drei Kriterien. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.

Im Bauausschuss gab es weitere Diskussionen. Gustav Wienecke kritisierte die Platzierung des Weges nach Krügerhorst, da dieser in eine Sackgasse führe und dort nur wenige Gehöfte sind, ebenso wie beim Weg von Breiteiche bis zur Ohre. „Wer fährt da lang?“, fragte Gustav Wienecke. Der Weg zwischen Breitenfeld und Solpke sollte laut des Wannefelders „weiter vorne stehen“. Denn wenn es dort beispielsweise einen Feuerwehreinsatz gibt, hätten die Einsatzkräfte Probleme. Er forderte, dass der Weg nach Krügerhorst und der Weg zwischen Breitenfeld und Solpke die Plätze tauschen, was auch Andreas Höppner und Oliver Stegert beantragten. Ottmar Wiesel erklärte, dass wenn die Änderungen beschlossen werden, die Prioritätenliste entsprechend geändert wird und „die Leute im Drömling schon lange auf eine Erneuerung der Wege warten“. Die Mitglieder des Bauausschusses beschlossen schließlich, dass der Weg zwischen Breitenfeld und Solpke auf Platz 2 kommt und alle anderen Wege einen Platz nach hinten gestellt werden.

Im Hauptausschuss setzten sich Florian Henke und Andreas Höppner nochmals dafür ein, den Weg zwischen Breitenfeld und Solpke auf Platz 2 zu setzen und die anderen Wege einen Platz nach hinten zu stellen, und auch dass der Weg zwischen Lindstedt und Lindstedterhorst auf Platz 4 gestellt wird. Im Stadtrat wurde über drei Vorschläge abgestimmt und schließlich Variante drei beschlossen (siehe Info-Kasten).

Stadtratsbeschluss:
1. Weg nach Kämkerhorst
2. Breitenfeld - Solpker Weg
3. Weg nach Krügerhorst
4. Lindstedter Weg nach Lindstedterhorst
5. Rienbeckweg 2 (Ausbau)
6. Weg Breiteiche bis zur Ohre (Zander)
7. Köckte - Betonplattenweg (Sanierung)
8. Köckte - Mastenweg (Ausbau)
9. Rienbeckweg 1 (Ausbau)
10. Kuhschlagweg (Verlängerung, Ausbau)

Die Umsetzung für alle zehn Wege wird aus finanziellen Gründen nicht sofort möglich sein, da die Kommune einen Eigenanteil hat. Die maximale Förderung soll laut jetzigen Informationen bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten betragen, der jeweilige Eigenanteil der Kommune beträgt also zehn Prozent.

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