„Prellbock? Nicht mit mir“

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Heinz Baldus: „Ich wäre auch als Ortsbürgermeister so blöd und würde schon morgens um 7 Uhr im Büro sitzen.“

sts Jävenitz. Er sei dann nur noch „der Doofe, der den Prellbock macht“. Das erklärte der Jävenitzer Noch-Bürgermeister Heinz Baldus während der letzten Sitzung des eigenständigen Gemeinderates. Ab dem 1. Januar 2011 gehört Jävenitz zur Stadt Gardelegen. Und Baldus kämpft immer noch dagegen an. „Nicht mit mir“, erklärte er, was einen künftigen Ortsbürgermeister angeht. Das bedeutet: Baldus will kein Ortsbürgermeister sein, weil er dann keine Entscheidungsgewalt mehr habe.

Im Gemeinderat ging es um die Frage, ob der Jävenitzer Gemeinderat sich eine Ortschaftsverfassung gibt und somit ab Januar zum Ortschaftsrat wird. Bereits im November hatte es dazu eine Abstimmung gegeben. Ergebnis: Ortschaftsrat ja, aber ohne die jetzigen Ratsmitglieder, die kurz nach Neujahr geschlossen zurücktreten würden. Diesen Beschluss monierte die Kreis-Kommunalaufsicht: Man könne nur für oder gegen eine Ortschaftsverfassung sein, diesen Beschluss aber nicht mit einem gleichzeitigen Massen-Rücktritt verbinden.

Also hob der Jävenitzer Gemeinderat den bereits gefassten Beschluss wieder auf, stimmte danach aber nicht über die Bildung eines Ortschaftsrates ab. Und somit gibt es in Jävenitz ab Januar auch keinen Ortsbürgermeister.

Es hätte sich ohnehin niemand für diesen Posten gefunden, ist sich Baldus sicher. Man habe im Ort gefragt, Leute angesprochen. Aber niemand sei bereit, als Ortsbürgermeister oder im Ortschaftsrat mitzuwirken. Und der jetzige Rat? Der macht´s nicht mehr. „Dafür ist mir die Zeit zu schade“, so Friedhelm Matthies, der stellvertretende Ortschef. Nur um Bier zu trinken, könne er auch zum Jävenitzer Gewerbestammtisch gehen, so der Vize-Bürgermeister. Und Albin Hlawatsch ergänzte in Trapattoni-Manier: „Ich habe fertig damit.“

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