Behörde verzeichnet vergleichsweise wenig Pandemie-Einsätze

Polizei in Gardelegen: „Corona nicht unser Hauptgeschäft“

Die Abstandsregelungen sind auch im Gardelegener Stadtgebiet von fast allen Menschen eingehalten worden. Die Polizei musste nur ganz selten eingreifen.
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Die Abstandsregelungen sind auch im Gardelegener Stadtgebiet von fast allen Menschen eingehalten worden. Die Polizei musste nur ganz selten eingreifen.

Gardelegen – Man hört und liest es aus anderen Regionen. Beispielsweise aus Großstädten, wo die Polizei mitunter alle Hände voll zu tun hat, die coronabedingten Einschränkungen zu überwachen.

Das sei in dieser Form im Altmarkkreis Salzwedel nicht der Fall, zieht Salzwedels Revierleiter Sebastian Heutig – er ist somit zuständig für die gesamte westliche Altmark – eine vorläufige Bilanz rund fünf Monate nach Beginn der Corona-Einschränkungen. Sein Fazit: „Die Corona-Überprüfungen sind nicht unser Hauptgeschäft. “ Soll heißen: Coronabedingte Polizeieinsätze seien bis heute die Ausnahme.

Zwar habe es immer mal wieder Anrufe gegeben, dass sich irgendwo Menschengruppen träfen, um beispielsweise zu feiern. „Vor Ort hat es sich dann oft als nicht so dramatisch herausgestellt“, erklärt Sebastian Heutig. Und wenn, hätten sich die Ertappten fast immer einsichtig gezeigt. „Wichtig ist für uns“, so betont der Revierleiter, „dass wir mit Augenmaß handeln“, also nicht – im übertragenen Sinne – mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Größere Menschenansammlungen gebe es in der westlichen Altmark nur selten, „weil hier auch nicht so viele Menschen auf einem Fleck leben“, sagt Sebastian Heutig. Freiluft-Partys mit oft mehreren Dutzend Beteiligten wie beispielsweise in Parkanlagen von Großstädten verzeichne man so gut wie gar nicht. Und Einsätze bei Mundschutz-Muffeln gebe es auch nur in Ausnahmefällen. „Nämlich dann, wenn Gespräche im Geschäft vor Ort nicht zum Erfolg geführt haben“, wie Katrin Meinecke, die Leiterin des Revierkommissariats Gardelegen, ergänzt.

Dem Eindruck, die Polizeipräsenz habe zu Beginn des Corona-Lockdowns zugenommen, mag Sebastian Heutig nicht widersprechen. Was aber auch daran gelegen habe, dass Besuche im Polizeirevier über mehrere Wochen hinweg gar nicht oder nur unter erheblichen Einschränkungen möglich waren und die Polizei deshalb öfter als sonst selbst zu den Betroffenen gefahren sei. Hinzu sei gekommen, dass die Präsenz in den Polizeirevieren wegen der Corona-Einschränkungen abgebaut werden musste und die Ordnungshüter mehr als zu normalen Zeiten „auf der Straße“ anzutreffen waren. VON STEFAN SCHMIDT

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