Perfekt: Glaswerk erweitert sich

Deutsch-indische Zusammenarbeit seit Mai: Glaswerk-Vorstand Wolfram Siedensticker mit dem Investoren-Bruderpaar aus Kalkutta, Sanjay (links) und Mukul Somany. Noch in diesem Jahr soll eine 22000 Quadratmeter große Lagerhalle gebaut werden. Foto: Archiv / sts

Gardelegen. Das Glaswerk in Gardelegen wird sich erweitern. „Wir haben uns geeinigt“, sagt Josef Bockhorst, Geschäftsführer vor Ort, nachdem er im nichtöffentlichen Teil des Gardelegner Stadtrates über die Ausbaupläne der Investoren aus dem indischen Kalkutta berichtet hatte. Hintergrund: Nachdem im Februar 2010 die Agenda Glas AG das neue Werk am nordöstlichen Stadtrand von Gardelegen eröffnet hatte, ging der Betrieb knapp ein Jahr später in die Insolvenz. Mittlerweile haben Investoren aus Indien den Standort übernommen. Das Glaswerk heißt nun „HNG Global GmbH“. Die Abkürzung HNG steht für „Hindusthan National Glas.“ Schon bei der Übernahme im Mai kündigten die neuen Chefs an, den Standort zu erweitern. Dies wird nun, so sieht es zumindest aus, geschehen.

Konkret: Das Glaswerk benötigt weitere 20 Hektar an Fläche, direkt am jetzigen Standort. Dort wird eine 22000 Quadratmeter große Lagerhalle, dreimal so groß wie ein Fußballfeld, errichtet. Und eine zweite Produktionswanne soll gebaut werden. Während die Lagerhalle, „wenn alles gutgeht“, so Bockhorst, noch in diesem Jahr fertig werden könnte, wird die Erweiterung der Produktionsanlage noch etwas dauern. Für das Jahr 2012 ist die Planung vorgesehen, für 2013 der Bau. Fertigstellung wäre dann frühestens im Jahr 2014, so Bockhorst.

Ab diesem Zeitpunkt soll auch die Mitarbeiterzahl deutlich erhöht werden. Aktuell seien es, so Bockhorst 147 Kollegen. Nach der Ausbauphase rechnet er mit weiteren 136 Neueinstellungen. Und auch die Produktionskapazität soll von derzeit 200 Millionen Flaschen auf dann 500 Millionen Flaschen pro Jahr erweitert werden.

Im Stadtrat ging es um den Kaufpreis. Zwischen dem Angebot des Investors und den Vorstellungen der Stadt lag nach Informationen der Altmark-Zeitung eine Spanne von mehr als drei Euro pro Quadratmeter. Die Stadtratsmitglieder beauftragten Bürgermeister Konrad Fuchs, mit einer Summe von rund 6,50 Euro in die Verhandlungen zu gehen. Bockhorst wollte zu dieser Zahl „keinen Kommentar“ abgeben. Fest steht aber: „Wir haben uns mittlerweile geeinigt.“ Soll heißen: Der Kaufpreis steht, er sei „am oberen Limit“, so Josef Bockhorst.

Von Stefan Schmidt

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