Perfekt: EU-Geld für das Gutshaus

Fördergeld der Europäischen Union fließt ab sofort in die Sanierung des Gutshauses in Lindstedt. Baubeginn soll im September sein, erfuhren die Anwesenden vor Ort. Fotos (3): Schmidt

Lindstedt. Anfang September soll es losgehen. Dann kommt das Gerüst an die Fassade des Gutshauses in Lindstedt. Das mehrere Jahrhunderte alte Gebäude, das seit vielen Jahren leer steht, wird derzeit vom örtlichen Förderverein „Historische Region Lindstedt“ betreut. Marcel Heins, der Vorsitzende des Vereins, freute sich am Donnerstagabend über einen warmen Geldregen. Denn mit der Hilfe des europäischen Förderprogramms ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) gibt es eine sechsstellige Summe. Genau sind es 108 000 Euro. Geld, das für die Sanierung des Gutshauses in Lindstedt ausgegeben werden soll.

Vor Ort waren am Donnerstagabend neben Marcel Heins und dem Vereins-Schriftführer Mathis Schubert auch die Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Mittlere Altmark, Verena Schlüsselburg, und LAG-Managementmitarbeiterin Heike Winkelmann. Die Sanierung des früheren Gutshauses gehört nach ihren Angaben zu insgesamt 32 Vorhaben auf der Prioritätenliste der LAG Mittlere Altmark. Das Vorhaben des Lindstedter Vereins steht seit vier Jahren in der LAG-Entwicklungskonzeption. Der erste Antrag auf EU-Geld wurde im Jahre 2009 gestellt. Die offizielle Bewilligung erfolgte nun am Donnerstagabend bei einem Besichtigungstermin vor Ort. Marcel Heins führte die Besucher durch das Gebäude. In einem Teil dieses Hauses befindet sich auch die örtliche Lindstedter Kindertagesstätte. Weil dadurch indirekt auch die Stadt Gardelegen – Lindstedt ist seit Jahresbeginn Teil des Gardelegener Stadtgebildes – betroffen ist, war auch Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends vor Ort.

Das EU-Fördergeld ist es aber nicht alleine. Auch der Verein muss seinen Eigenanteil beisteuern. Was nicht ganz einfach ist. Denn wie Heike Winkelmann berichtet, gebe es bei vielen Projekten erhebliche Probleme, was die Eigenfinanzierung angeht. Im Fall des Fördervereins „Historische Region Lindstedt“ hilft ein regionaler Energieanbieter mit einer Finanzspritze, dieses Vorhaben zu realisieren. An der Co-Finanzierung beteiligen sich zudem die Hochschule Anhalt mit 18 000 Euro, der Altmarkkreis Salzwedel mit etwa 6 800 Euro sowie die Stadt Gardelegen, die 3 000 Euro beisteuert. Insgesamt hat die Investition – Weitere Informationen dazu in der heutigen Ausgabe auf der Lokalseite 6 – einen Kostenumfang von 197 000 Euro.

Der Verein „Historische Region Lindstedt“ hat derzeit etwa 20 Mitglieder. Marcel Heins, der Vorsitzende, stammt aus dem Nachbarort Seethen. Warum er sich ausgerechnet an einem Vorhaben im Nachbarort Lindstedt engagiert, begründet er so: „Wir sind voneinander abhängig. Wenn Lindstedt stirbt, dann stirbt irgendwann auch Seethen.“

Von Stefan Schmidt

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