Verhandlungen so gut wie abgeschlossen: Fliegen Farbkugeln bald bei Letzlingen?

Paintball-Club Altmark findet Trainingsgelände

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Hinter dem Schutz einer aufblasbaren Deckung versucht ein Paintballer, einen Gegenspieler zu treffen. Der sogenannte Markierer ist geladen mit Gelatinebällen, die mit Farbe gefüllt sind.

Letzlingen / Gardelegen. Der Paintball-Club Altmark ist auf seiner Suche nach einem eigenen Trainingsgelände fündig geworden: Auf einer Restfläche des ehemaligen Industriegebiets an der Salchauer Chaussee bei Letzlingen sollen künftig die mit Farbe gefüllten Kügelchen fliegen.

Und der Verein hat sich für die Gestaltung seiner neuen Übungsstätte einiges vorgenommen.

„Die Verhandlungen sind im Großen und Ganzen abgeschlossen“, sagt der Vorsitzende des Paintball-Clubs Altmark, Stefan Hartmann, „nur letzte Detailfragen sind noch zu klären.“ Die besagten Verhandlungen führt der Verein mit der Stadt Gardelegen, der das Gelände gehört. Und auch Stadtoberhaupt Konrad Fuchs sagte gestern gegenüber der Altmark-Zeitung: „Ich denke, es ist alles klar.“

Stefan Hartmann

Ein Großteil der insgesamt rund 4,4 Hektar großen Fläche soll an den Paintball-Club verkauft werden. Ein darin enthaltenes, etwa 1,7 Hektar umfassendes Waldstück kann aus rechtlichen Gründen nur verpachtet werden. Über den ausgehandelten Preis wird geschwiegen, aber Hartmann beziffert eine weitere Investition: Den Kaufpreis nicht eingerechnet, sollen aktuell etwa 35 000 Euro in das Gelände und das Spielequipment des Vereins fließen. Als erstes werde das Gelände eingezäunt. Zu angrenzenden Straßenseiten wird außerdem ein Sichtschutz errichtet. Ein Netz soll zudem verhindern, dass die mit Lebensmittelfarbe gefüllten Gelatinebälle, mit denen beim Paintball geschossen wird, das Terrain verlassen.

Ronny Siedschlag

Drei Spielfelder sollen auf dem Areal entstehen: Zum einen ist ein sogenanntes Millenium Sup-Air geplant. Dort wird auf einer ebenen Fläche mit aufblasbaren Deckungen gespielt. Die Ausmaße des Feldes und die Anzahl der Deckungen richten sich nach bestimmten Vorgaben, so dass dieses Feld für offizielle Turniere geeignet ist. Vom grundsätzlichen Aufbau her ähnlich, aber was zum Beispiel die Art der Deckungen angeht variabler zu gestalten ist das sogenannte Speedball-Feld. Und auch in dem Waldstück soll gespielt werden können. Eine überdachte Ruhe-Zone und mobile Toilettenkabinen sind ebenfalls geplant. In naher Zukunft sollen noch eine Grillstelle und ein öffentlich zugänglicher Kinderspielplatz hinzukommen.

Paintball-Teams gab es in der Region bereits, sagt der Vize-Vorsitzende des Vereins, Ronny Siedschlag, zum Beispiel in Salzwedel oder Bismark. Siedschlag selbst ist Gardelegener, spielt mit einem Magdeburger Team in der 3. Paintball-Bundesliga. Einen richtigen Verein gab es hier bislang allerdings nicht. Und um ein für den Liga-Betrieb geeignetes Spielfeld zu erreichen, müsse man rund zweistündige Fahrten in Kauf nehmen, zum Beispiel nach Berlin oder Schwerin. Auch, um unter Turnierbedingungen trainieren zu können. Denn Training sei, wie bei jeder Sportart, ein wichtiger Bestandteil. Beim Paintball gehe es um Ausdauer, Fitness, Taktik und Teamgeist, so Siedschlag.

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Nach einem gescheiterten Versuch in Jerchel (siehe Info-Kasten), wo man einen Sportplatz von der Stadt erwerben wollte, sind Hartmann und Siedschlag nun froh, in Letzlingen ein geeignetes Areal gefunden zu haben – und willkommen zu sein. „Die Stadt hat unser Anliegen ganz sachlich geprüft und uns auch das Gelände in Letzlingen vorgeschlagen. Dann haben wir es gemeinsam besichtigt“, erzählt Hartmann. Außerdem wurde der Letzlinger Ortschaftsrat befragt, ob man die Ansiedlung des Paintball-Clubs dort billige – was mehrheitlich Zustimmung fand. Der Ort würde von dem neuen Sport- und Freizeitangebot auch profitieren, sagt Hartmann. Paintball erfreue sich zunehmender Beliebtheit und Spielstätten mit diesem Angebot in der Umgebung seien rar.

Auch das Fazit von Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs fällt positiv aus. „Die Stadt konnte eine ungenutzte Fläche veräußern, damit einen Verein unterstützen, der woanders nicht erwünscht war, und durch die Lage des Geländes wird auch niemand von den Paintballern beeinträchtigt – wer kann das negativ finden?“ Auch wenn Fuchs genau weiß: „Nicht jeder findet dieses Hobby positiv, aber es findet großen Zulauf.“

Von Karsten Tenbrink

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