Mitglieder des Ortschaftsrates sind über Absage verärgert

Ortsdurchfahrt Dannefeld: Bäume stehen Sanierung im Weg

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Die Lindenallee in Dannefeld bleibt bestehen. Die Untere Naturschutzbehörde hat das Fällen der Bäume untersagt.

Dannefeld – Die Sanierung der L 20, der Ortsdurchfahrt Dannefeld, hat einen weiteren Dämpfer bekommen. Während der Sitzung des Ortschaftsrates informierte Ortsbürgermeister Maik Lüer, dass die Untere Naturschutzbehörde ein Fällen der Allee auf einer Länge von 172 Metern untersagt hat.  

Laut Paragraf 21 des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt würden in diesem Bereich aus ihrer Sicht keine Gründe vorliegen, die eine Befreiung rechtfertigen könnten.

Wie eine Mitarbeiterin der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Nord, mitteilte, konnte mit der Unteren Naturschutzbehörde kein Einvernehmen erzielt werden. Für das Bauvorhaben bedeute das eine Umplanung unter der Maßgabe, den Alleenbestand in diesem Abschnitt zu erhalten.

Die Mitglieder des Ortschaftsrates sind verärgert. Bereits vor vier Jahren wurde die Aussage getroffen, dass die Ortsdurchfahrt nicht abgefräst, sondern grundhaft erneuert werden soll. Alle benötigten Planungsunterlagen seien vollständig und termingerecht eingereicht worden. Auch Ministerpräsident Reiner Haselhoff sicherte im September 2018 während einer Kabinettssitzung in Gardelegen zu, dass die Ortsdurchfahrt noch 2019 gemacht werde. Die Höhe der Investitionskosten: 1,2 Millionen Euro. Maik Lüer: „Vielleicht sollten wir den Ministerpräsidenten noch einmal an seine Aussage erinnern.“

Wie der Ortsbürgermeister informierte, würde es jetzt Überlegungen geben, die Straße auf eine Breite von sechs statt 6,80 Metern auszubauen. Ralf Schulz, Mitglied des Ortschaftsrates, merkte an, dass es dann passieren kann, dass dann die Regelung Gegenverkehr mit Wartepflicht eingerichtet wird: „Das Schlimmste aber wäre, wenn wir eine schicke Straße hätten, die Bäume aber später eingehen, da ihre Wurzeln durch die Baggerarbeiten beschädigt wurden.“

Wie Maik Lüer sagte, sollen jetzt erst einmal durch ein Bauunternehmen aus Thüringen, das derzeit in der Hansestadt die Straßen ausbessert, auch in Dannefeld die Löcher im Belag geflickt werden. Der Ortsbürgermeister war am vergangenen Freitag bei der Straßenbaubehörde in Stendal zu einer Beratung.

Auf Anfrage sagte Maik Lüer: „Der aktuelle Stand sieht so aus, dass die Lindenallee bestehen bleibt. Außerdem wird geprüft, ob noch in diesem Jahr ein Rückhalte-Regenwasserbecken auf der rechten Seite, Ortsausgang in Richtung Miesterhorst, gebaut und die großen Bäume in Richtung Trippigleben gefällt werden können.“

VON RENATE HEINZE

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