Im Gardelegener Wirbelsäulenzentrum wurden in 471 Fällen falsche Rechnungen geschrieben

OP-Skandal: Eine Million Euro retour

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Symbolfoto

Salzwedel / Gardelegen. Für den Zeitraum Ende 2011 bis Anfang 2013 wurde in 471 Fällen eine „falsche Rechnungsstellung“ im Wirbelsäulenzentrum des Altmark-Klinikums Gardelegen festgestellt.

Zirka eine Million Euro muss das Klinikum nun an die Krankenkassen zurück bezahlen. Hintergrund sind die Praktiken des ehemaligen Leiters des Wirbelsäulenzentrums. Der weißrussische Honorararzt soll Abrechnungen für Operationen geschrieben haben, die nie stattgefunden bzw. von Assistenzärzten ausgeführt worden sind. So lauten auch die Vorwürfe, wegen derer die Staatsanwaltschaft Stendal wegen Abrechnungsbetrugs ermittelt (AZ berichtete).

„Es hat bisher 30 Beschlagnahmungen durch die Staatsanwaltschaft gegeben“, sagt Klinikum-Geschäftsführer Matthias Lauterbach, der eventuell noch mit weiteren rechnet. Lauterbach selbst hatte das Prüfen der Abrechnungen des Wirbelsäulenzentrums bereits im März vergangenen Jahres in Auftrag gegeben. „Das Gutachten haben wir dann am 31. Mai den Krankenkassen präsentiert“, so Lauterbach. Und ergänzt: „Das Papier haben wir auch der Staatsanwaltschaft in Stendal zur Verfügung gestellt.“

Aus dem Gutachten resultierte dann auch die Summe von einer Million Euro, die das Klinikum zurückzahlen muss und auch will. Nach Gesprächen mit 34 Kassen laufen derzeit noch Einzelfallabstimmungen mit den Großen der Branche, die im Verband der Ersatzkassen organisiert sind. Dort spricht Pressesprecher Dr. Volker Schmeichel von einer „beiderseitigen Verständigung“. Und meint: „Bei 55 Millionen Euro Jahresumsatz des Altmark-Klinikums könnte die Rückzahlung durchaus schwierig sein.“

Klinikum-Geschäftsführer Matthias Lauterbach sieht das indes entspannt. Man habe diese Summe bereits in den Jahresabschluss 2012 als Rückstellung eingearbeitet.

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