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Ohne Papier und Füller keine Geschichte ...

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Wolfgang Hänel und der Lesefuchs ...

gbi Gardelegen. Sie sind die Größten. Für ihre Eltern und Lehrer sowieso. Seit wenigen Wochen aber auch hochoffiziell: Die Gardelegener Goethe-Grundschule ist die beste Leseschule der Region. Der Beweis dafür – ein kleiner oranger Lesefuchs aus Plüsch – sitzt am Dienstagmorgen gleich neben Wolfram Hänel auf dem Podium in der Aula. Und dieser wiederum ist eine Überraschung für die Grundschüler.

Denn Wolfram Hänel ist ein echter Kinderbuchautor und extra gekommen, um den Kids aus seinen, übrigens sehr erfolgreichen, Büchern vorzulesen. Spendiert hat das Ganze schließlich die Gardelegener Bibliothek, unter deren Schirmherrschaft der Lesewettbewerb in jedem Jahr steht. Denn Lesen ist cool. Die spannenden Geschichten, die Wolfram Hänel am Dienstag mitgebracht hatte, waren der schönste Beweis dafür.

Zum Beispiel die von Paul, der immer Kopfstand macht und die Kinder in der Goetheschule allesamt zum Kichern brachte. Paul nämlich macht alles verkehrt herum: Er steigt auf den Händen in den Bus und isst sogar seinen Kartoffelbrei auf dem Kopf. „Schraube locker“, sagt der Busfahrer. „Jetzt reicht´s“, sagen die Eltern. Und gehen mit Paul zum Arzt. Dann aber kommen die Leute um Paul herum auf eine andere Idee: Sie machen es einfach genau so. Und die Jungs und Mädchen der ersten und zweiten Klassen würden das am liebsten auch ausprobieren, so spaßig hört sich das an, wenn Wolfram Hänel es vorliest.

Und der hat so etwas ähnliches sogar selbst erlebt, versichert er den Steppkes. Denn seine eigene Tochter – „die ist aber jetzt schon 23“ – hatte auch mal so eine Kopfstehphase. Und so sei er schließlich auch zu der Geschichte gekommen, zwinkert Hänel. Und schon ist er in der schönsten Diskussion mit den kleinen Gardelegenern. Von ihnen will der Niedersachse dann auch wissen, was man denn so braucht, bevor ein Kinderbuch entsteht. Und das kommt natürlich wie aus der Pistole geschossen: „Einen Füller“ und „ganz viel Papier“. Hänel grinst und nickt. Klar, das brauche er auch. Allerdings will er natürlich auf etwas ganz anderes hinaus. Und darauf kommt Olli dann schließlich: „Eine Idee muss man haben.“ „Genau“, sagt Hänel, und erzählt den Kindern dann auch noch, woher diese so stammen können.

Die Idee zu seiner zweiten Geschichte war allerdings die Geschichte selbst. Und sie ist dann irgendwie auch ganz anders geartet als der lustige Anfang. Denn in „Angst um Abby“ fährt der Autor mit den kleinen Altmärkern nicht nur ins ferne Irland, sondern lässt sie auch noch mitbangen und zittern. Hütehund Abby nämlich hat dort auf der grünen Insel vergiftetes Fleisch gefressen. Und seine kleine Besitzerin Moira kämpft plötzlich mitten in der deutschen Schulaula um sein Leben.

Wie sie ausgeht, die Story um Abby und Moira, erfahren die Kinder und Lehrer am Dienstag natürlich. Was sonst noch so passiert, in Irland oder auch in Deutschland, wie es sich zum Beispiel anfühlt, wenn der eigene Vater ein Pirat ist, der muss Hänels Bücher in der Bücherei ausleihen. Oder auch andere tolle Kinderbücher.

Denn dass Lesen richtig cool ist, wussten die Goetheschulkinder natürlich schon.

Kinderbuchautor Wolfram Hänel wollte sie am Dienstag schließlich nur noch einmal daran erinnern.

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