Ortsbürgermeister erarbeiten Positionspapier

Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser: Dorfchefs sind für Staffelung

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Dorfgemeinschaftshäuser und ähnliche Räumlichkeiten – wie hier der Feuerwehrraum in Laatzke – sollen bald eine einheitliche Satzung bekommen. Die Ortsbürgermeister plädieren für eine Staffelung der Preise.

Gardelegen / Lindstedt. Die Idee und die Einladung zu dieser Runde kam von Lindstedts Ortsbürgermeister Siegfried Jordan.

Er hatte in dieser Woche in die ehemalige Schulspeisung nach Lindstedt gebeten – einem jener Räume, die es an vielen Orten im Gardelegener Stadtgebiet gibt. Nämlich ein Dorfgemeinschaftshaus. Um diese Dorfgemeinschaftshäuser und ähnliche Räume, die öffentlich unterhalten werden, ging es bei dieser Zusammenkunft.

Denn jene Ortsbürgermeister, in deren Territorium es solche Räume gibt, haben ein Positionspapier erarbeitet. „Von 17 der betroffenen Ortsbürgermeister waren 13 anwesend“, berichtet Letzlingens Dorfchefin Regina Lessing, die dieses Schriftstück nun aufsetzt. „Das zeigt, dass das Interesse an diesem Thema sehr wohl vorhanden ist.“

Dieses Papier beinhaltet neun Vorschläge, wie künftig mit der Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser umgegangen werden soll. Wobei: „Wir als Ortsbürgermeister haben das ja nicht zu entscheiden.“ Das letzte Wort haben die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates. In diesem 36-köpfigen Gremium sitzen mit Kai-Michael Neubüser (Mieste), Andreas Höppner (Kloster Neuendorf), Regina Lessing (Letzlingen) und Gustav Wienecke (Wannefeld) lediglich vier Mandatsträger, die zugleich auch ehrenamtliche Ortsbürgermeister sind.

Wichtigster Punkt: Es soll eine Miet-Staffelung geben. „Man kann nicht alle Objekte über einen Kamm scheren“, begründet Regina Lessing dieses Ansinnen. Ähnlich wie bei der Diskussion um die Nutzung der Trauerhallen, die im vergangenen Jahr monatelang für teilweise böses Blut gesorgt hatte, soll es unterschiedliche Tarife geben. Je nach Größe, Ausstattung und Modernisierungsgrad.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wer zahlt für die Nutzung und wer nicht? „Wir sind uns einig“, so Regina Lessing, „dass für alles, was kommerziell ist, gezahlt werden muss.“ Also beispielsweise, wenn ein Privatanbieter eine Veranstaltung bucht. Dasselbe gilt für private Feiern: Goldene Hochzeit, Geburtstag, Jugendweihe und ähnliches.

Die Dorfgemeinschaftshäuser sollen nichts kosten für alle gemeindlichen und gleichzeitig nichtkommerziellen Veranstaltungen. Dazu gehören Feuerwehr-Sitzungen, die kommunale Rentnerweihnachtsfeier, Versammlungen von örtlichen Vereinen, aber auch Chorproben, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Dieses Arbeitspapier, das demnächst den Stadträten vorgelegt wird „ist kein Dogma“, betont Regina Lessing. Aber: Anders als beim Thema Trauerhallen-Nutzung, als sich diverse Dorfchefs und Ortschaftsräte übergangen oder zumindest nicht genügend angehört fühlten, „werden wir jetzt im Vorfeld mit einbezogen“, so Letzlingens Dorfchefin.

Ins selbe Horn stößt Gardelegens hauptamtliche Bürgermeisterin Mandy Zepig. Zum Inhalt des Positionspapiers wolle sie sich „bewusst nicht äußern, bevor die Stadträte das nicht auf dem Tisch haben“. Aber generell gilt: „Ich finde es gut, wenn die Ortsbürgermeister im Vorfeld zu einer Übereinkunft gekommen sind.“ Diese Übereinkunft hat sie mit Regina Lessing kurz überflogen: „Ich habe jetzt Kenntnis davon.“ Und grundsätzlich keine Einwände gegen den Inhalt.

Während die Ortsbürgermeister die einheitliche Satzung für die Dorfgemeinschaftshäuser möglichst bald in Kraft getreten sehen wollen (Lessing: „Es wäre schön, wenn das schon ab Januar greifen könnte“), bremst Mandy Zepig in diesem Punkt etwas: „So schnell wird das nicht gehen.“ Denn erst muss der Stadtrat eine Satzung beschließen – auch auf Grundlage des Ortsbürgermeister-Positionspapier, das während der nächsten Sitzungsschiene, der letzten in diesem Jahr, vorliegen wird. Erst danach kann eine Satzung beschlossen werden – wenn sich denn die Stadträte im ersten Anlauf überhaupt einigen und das Thema nicht kurzfristig vertagen, wie in der Vergangenheit schon vorgekommen.

Von Stefan Schmidt

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