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Nun sind es wieder 86 Kreuze in Mieste

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Von: Stefan Schmidt

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Gräberfeld in Mieste
Die ersten rot-weißen Kreuze auf dem Gräberfeld des Miester Friedhofs sind bereits gesetzt. © Stefan Schmidt

Derzeit wird das Gräberfeld in Mieste auf dem Friedhof saniert. Dort wurden 86 KZ-Häftlinge beerdigt. Einige der 86 rot-weißen Kreuze wurden bereits in den Boden gesetzt.

Mieste – Das Gräberfeld für die 86 dort beerdigten KZ-Häftlinge auf dem Friedhof in Mieste wird derzeit saniert. Die ersten rot-weißen Kreuze sind bereits vor wenigen Tagen in den Boden gesetzt worden. Bezahlt wird die Maßnahme komplett vom Land. Mit im Boot saßen im Vorfeld die Stadt Gardelegen, der Gedenkstätten-Förderverein sowie der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Am Ende gab der Denkmalschutz sein Okay für den Vorschlag der Stadt, die Fläche des Gräberfeldes mit Schottersteinen zu bedecken. Diese Steine symbolisieren den Schotter an den Gleisen des Miester Bahnhofs. Dort strandeten am 8. April 1945, fünf Tage vor dem Feldscheunen-Massaker bei Gardelegen mit 1016 ermordeten Häftlingen, etwa 2000 KZ-Häftlinge in 54 Waggons. Die Bahnstrecke war hinter Mieste nach einem alliierten Bombenangriff auf einem dort stehenden Munitionszug nicht mehr befahrbar, so dass die Männer tagelang auf dem Bahnhofsgelände ausharren mussten, ehe es zu Fuß bis Gardelegen weiterging.

86 Häftlinge kamen in Mieste ums Leben, wurden erst unmittelbar neben den Gleisen in Massengräbern verscharrt und am 1. Mai 1945 auf Geheiß der amerikanischen Alliierten auf ein Gräberfeld, das seitdem Bestandteil des Miester Friedhofs ist, beerdigt. Zu DDR-Zeiten kamen zehn der 86 Kreuze weg, um Platz für einen Pfad zur Kranzablage zu schaffen.

Das neu gestaltete Gräberfeld wird am Sonnabend, 10. September, um 10 Uhr feierlich eröffnet.

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