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Nuckelflaschengenuss für Beate, Heidi und Lieschen

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Weisbach
Während Lieschen eifrig an der Nuckelflasche saugt, gibt Beate der elfjährigen Jasmin, die die kleinen Ziegen mit betreut, ein Küsschen. Heidi interessiert das in dem Moment alles nicht.

Es ist nicht zu überhören. Ein lautes dreistimmiges „Määäh“ ertönt, wenn sich Michael Müller, der derzeit als Praktikant im Polvitzer Kinder- und Jugendhaus tätig ist, oder die elfjährige Jasmin dreimal am Tag der Ziegenwiese nähern. Denn dann wissen die drei kleinen Ziegen Beate, Heidi und Lieschen, die dort seit einigen Wochen zu Hause sind, ganz genau, nun gibt´s Trinken aus der Nuckelflasche.

Und die Erste, die unbedingt an den Sauger möchte, ist Lieschen, die Kleinste der drei. Beate und Heidi, die ihre Geschwister und bereits ein klein wenig größer sind, lassen der Ungestümen auch gern den Vortritt, verlangen aber kurz darauf auch vehement ihr Recht aufs Nuckeln.

Allerdings ist in der Flasche nur noch Tee, da die kleinen Zicklein mittlerweile auch schon selbstständig Gras und Klee zupfen und Haferflocken sowie Heu dazu gefüttert bekommen. Das sah vor einigen Wochen allerdings noch ganz anders aus, wie Wirtschaftskraft Rita Reckling erzählt. Sie und Erzieherin Franziska Bach haben sich nämlich in der Anfangszeit um die Mini-Zicken gekümmert, die, als sie nach Polvitz kamen, gerade so auf ihren vier Beinchen umherstaken konnten. Da musste noch regelmäßig spezielle Aufzuchtmilch gefüttert werden, um sie Zicklein aufzupäppeln.

Zu verdanken ist der tierische Zuwachs einem Mitarbeiter des Haldenslebener Jugendamtes, der das Kinder- und Jugendhaus durch seine Arbeit kennt und als Hobby auf seinem Bauernhof Ziegen züchtet. Er hatte in Polvitz nachgefragt, ob sie Ziegennachwuchs aufnehmen würden. Denn es gab in seiner Herde in diesem Jahr zahlreiche Drillingsgeburten. Und eine Ziegenmutter kann nur zwei ihrer Kinder ausreichend versorgen. Aus diesem Grund suchte er „Pflegeeltern“, die er in Polvitz auch fand, wo das Arbeiten mit Tieren zum pädagogischen Konzept gehört.

Die Kinder und Jugendlichen erhalten dadurch Verantwortung, müssen bei der Betreuung von Tieren beispielsweise Einfühlungsvermögen entwickeln und dürfen nicht nur an sich denken. Außerdem sind es positive Erfolge, wenn Tiere bei optimaler Pflege wachsen und gedeihen, was sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung und Sozialkompetenz der Kinder und Jugendlichen auswirkt.

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