Automobilzulieferbetrieb nun japanisch / Ausbau der Produktion geplant / Ausbildungsplätze

NTN-Konzern übernimmt IFA-Werk

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Noch stehen beide Firmenschilder nebeneinander an der Einfahrt zum Werk. Doch der äußerst erfolgreiche Gardelegener Automobilzulieferer wurde vom Weltmarktführer NTN übernommen und hat sich bereits von der IFA-Gruppe abgekoppelt.

Gardelegen. Der Name geht, die Qualität bleibt. Der japanische Weltkonzern NTN hat den Gardelegener Standort der Haldenslebener Automobilzuliefergruppe IFA übernommen.

Wie Guido Steffen, einer der drei neuen Geschäftsführer, bestätigt, hat NTN bereits im April zusätzliche 50 Prozent der Gardelegener Unternehmensanteile erworben, nachdem NTN bereits im Jahr 2006 die IFA-Partnerschaft mit 25 Prozent begründet hatte. Damit verfügt NTN nun über 75 Prozent der Werksanteile und löst sich nun auch offiziell vom ehemaligen Stammbetrieb der IFA-Gruppe. Mit der Neustrukturierung ist den Worten Steffens zufolge auch der Hauptsitz des Unternehmens von Haldensleben nach Gardelegen verlegt worden.

Der Wechsel an der Spitze ist nicht zuletzt ein Indiz für eine außergewöhnliche Qualitätsarbeit am Standort. NTN ist nach Angaben Steffens einer der weltweiten Marktführer in der Industrieproduktion von Maschinenteilen und Komponenten für den Automobilbau sowie für die Luft- und Raumfahrt. Die japanische Firma baute bereits 1961 als erstes ausländisches Unternehmen in Deutschland eine Kugellagerfabrik und führt mittlerweile weltweit 70 NTN-Gesellschaften mit 20 000 Mitarbeitern, davon drei Standorte in Deutschland. „NTN ist hier verwurzelt. Wir haben also eine ganz solide Basis“, weiß Guido Steffen, der neben dem Franzosen Didier Sepulchre de Conde und dem Japaner Yoshihiro Inami gleichberechtigter Geschäftsführer der NTN Antriebstechnik GmbH in Gardelegen ist und für die kommenden Jahre mit einer Erweiterung des Standortes rechnet. Das Gardelegener Werk produziert mit mehr als 120 Mitarbeitern seit 2002 in erster Linie für das Wolfsburger Volkswagen-Werk Antriebswellen und Gleichlaufgelenke – Jahresumsatz 50 Millionen Euro – und erwägt nun den Ausbau der Produktpalette. Dafür werden qualifizierte Arbeiter gebraucht. Das Werk bildet zwar selbst aus, kann aber laut Steffen den Bedarf allein nicht decken. „Auszubildende haben bei uns also gute Chancen, später auch übernommen zu werden“, so der Geschäftsführer. Sogar für das beginnende Lehrjahr seien bei NTN in Gardelegen noch Ausbildungsplätze frei – unter anderem als Industriemechaniker und Zerspanungsmechaniker.

Von Dirk Osmers

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