Winterbodensuche im Bereich des Betreuungsforstamtes Letzlingen deutet auf beruhigte Waldschutzsituation

„Nonne befindet sich zurzeit in der Latenz“

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Bei der Winterbodensuche auf Nonnenbefall, wird die Borke der Kiefer in Augenhöhe abgeschält. Denn darunter befinden sich die Eispiegel des Forstschädlings.

Jerchel / Letzlingen. Frank Zeiseweiß, Leiter des Revieres Jerchel im Bereich des Betreuungsforstamtes Letzlingen sowie Koordinator der Winterbodensuche, kann Positives verkünden.

Denn nach schwierigen Jahren in Sachen Waldschutz sieht es für 2013 im hiesigen Bereich des Betreuungsforstamtesgut aus. Das hat die jährliche Winterbodensuche, die Mitte Januar abgeschlossen wurde, ergeben.

Drei Kokons der Kiefernbuschhornblattwespe auf einer abgesteckten Fläche von 50 mal 50 Zentimeter waren dieses Mal der „Höchstwert“. Kritisch wären 25 Kokons, führte Zeiseweiß aus. Dazu kam eine Puppe des Kieferspanners. „Die Waldschutzsituation scheint sich zu beruhigen“, schätzte Zeiseweiß vorsichtig ein. Das Endergebnis gibt es aber erst durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen, die alle genommenen Proben auswertet.

Die Beruhigung der Situation gilt auch für den Forstschädling Nonne, der im Frühjahr vergangenen Jahres vor allem im Revier Solpke/Berge aus der Luft bekämpft werden musste, um einen Kahlfraß der Kiefern zu verhindern. Schon die Überprüfung mit Pheromonfallen im darauf folgenden Sommer ergab, dass die Bekämpfung erfolgreich war. Die Bestätigung erfolgte nun bei der Winterbodensuche. Dabei wird unter der Borke der Kiefer nach den Eigelegen der Nonne gesucht.

1000 Nonnenfalter pro Pheromonfalle sind der Grenzwert, erläuterte der Revierleiter, an dem im Bereich des Revieres Jerchel 2010 gekratzt wurde. Im vergangenem Jahr wurden im Schnitt 220 Falter gezählt, was weit unter dem kritischen Wert liegt. Mehr als 350 Falter pro Falle gab es nicht. Aus diesem Grund sei, so Zeiseweiß, davon auszugehen: „Die Nonne befindet sich zurzeit in der Latenz.“

Auch vom Kiefernspinner scheint derzeit keine Gefahr auszugehen. Mit 31 Raupen pro kontrollierter Fläche gab es das geringste Fangergebnis seit sechs Jahren. „Ich hoffe, dass es so bleibt“, erklärte Zeiseweiß.

Scheinen die Kiefern, die Hauptbaumart in der Region, nicht bedroht zu sein, so stehen die Eichen weiter unter strenger Beobachtung. Das erklärte Forstamtsleiter Gerhard Henke. Denn auf ihnen hatte sich weiträumig der Eichenprozessionsspinner häuslich eingerichtet, der nicht nur die Bäume kahl fraß, sondern aufgrund seiner Brennhaare für den Menschen gefährlich werden kann. Auch er wurde im vergangenen Jahr großflächig aus der Luft bekämpft. Doch nicht nur von ihm selbst geht weiterhin Gefahr aus. Er schart vor allem eine ganze Fraßgesellschaft um sich, die den Eichen stark zusetzen können. Dazu gehören der Eichenwickler, dessen Raupen sich wie der Eichenprozessionsspinner von den Eichenblättern ernähren, und der Frostspanner, dessen Raupen sich nach dem Schlüpfen im Frühjahr von den zarten Blattknospen ernähren, was die Bäume enorm schädigt und Kraft raubt.

Von Elke Weisbach

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