Mahn-und Gedenkstätte Isenschnibbe: Übertragung in Landesstiftung lässt auf sich warten

Noch kein Termin für Übernahme

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Das Land will mehrere Millionen Euro in die Neugestaltung und Modernisierung der Mahn-und Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen investieren. Doch noch fehlt das Votum der Landesregierung. Wann es kommt, ist derzeit noch unklar.

Gardelegen. Eigentlich ist alles klar. Eigentlich. Doch die Übernahme der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe in die Landes-Gedenkstättenstiftung von Sachsen-Anhalt ist noch nicht in trockenen Tüchern. Und könnte sich noch verzögern.

Denn nachdem die Stadt, die Stiftung selbst und auch der Fachausschuss des Landtages ihr klares Votum für eine Übernahme gegeben haben, fehlt noch das Ja der Landesregierung. Und das steht immer noch aus.

Wann genau es ein Okay aus Magdeburg gibt, kann der Pressesprecher des Landes-Kultusministeriums zurzeit nicht mitteilen. „Derzeit werden dazu die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt“, antwortet Martin Hanusch auf eine Anfrage der Altmark-Zeitung. Dies müsse „im Rahmen der Haushaltsberatungen abgestimmt werden“. Schlussfolgerung: „Erst nach dem Ende der Haushaltsberatungen“ könne „die Frage, wann das Votum zur Übertragung an die Gedenkstättenstiftung erfolgt, ... beantwortet werden.“

Zur Erinnerung: Die amerikanischen Alliierten hatten im Jahre 1945, unmittelbar nach der Entdeckung des Feldscheunen-Massakers vom 13. April 1945, der Stadt Gardelegen, auf dessen Gebiet das Verbrechen geschah, auferlegt, sich um die Gedenkstätte zu kümmern und das Andenken der Ermordeten zu wahren. Dies ist bis heute geschehen. Nun aber sollen mit der Übernahme in die Landes-Gedenkstättenstiftung nicht nur mehrere Millionen Euro beispielsweise in ein neues Eingangsgebäude mit Versammlungsraum fließen, auch die wissenschaftliche Aufarbeitung sieht die Stadt beim Land besser aufgehoben, weil fundierter untersetzt. Darauf hat zuletzt vor allem Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs immer wieder verwiesen. Und auch der Gedenkstätten-Förderverein begrüßt einen Trägerwechsel ausdrücklich. Doch noch fehlt das Ja der Landesregierung, das bereits seit Monaten auf sich warten lässt.

Immerhin: Die Diätenerhöhung für die Landtagsabgeordneten ist seit vergangener Woche beschlossene Sache. Im Magdeburger Landtag gab es bei diesem Thema keine monatelange Verzögerung.

Von Stefan Schmidt

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