„Nicht in die Tasche lügen“

Die Sauna auf dem Gelände des Miester Freibades ist zuletzt saniert worden. Bei den Becken sieht das deutlich anders aus. Foto: Schmidt

Mieste. „Es geht eigentlich nicht anders als mit einer grundlegenden Sanierung.“ Dies sagte Peter Kapahnke, Mitglied im städtischen Sozialausschuss, während der Zusammenkunft am Dienstagabend im Gardelegener Rathaussaal.

Der Potzehner Ortsbürgermeister diskutierte mit den übrigen Ausschuss-Mitgliedern über einen Antrag der CDU-Fraktion, das Freibad in Mieste in diesem Sommer zu öffnen. Doch Kapahnke hat da so seine Bedenken. Und offenbar nicht nur er.

Es ging ihm vor allem um die Höhe des Zuschusses. 15 000 Euro, so der Antrag der CDU-Fraktion, solle die Stadt dazu geben. Nicht mehr. So viel Geld gibt es in etwa auch für die beiden anderen Umland-Freibäder in Potzehne und Zichtau, die in diesem Sommer geöffnet werden bzw. schon sind. Dieses Geld, da ist sich Kapahnke sicher, werde nicht reichen. „Wir sollten uns auch nicht in die Tasche lügen“, erklärte er. Man könne nicht erst dem Miester Freibad-Förderverein eine Zusage geben, um dann im nächsten Jahr möglicherweise doch das Bad dicht zu machen.

Das Problem in Mieste: Zwar hatte die damals noch eigenständige Gemeinde in den vergangenen Jahren beispielsweise die Sauna und die sanitären Anlagen modernisiert. An den Becken ist aber nur wenig gemacht worden. Wasser versickert dort in Größenordnungen, die Qualität des Wassers wurde darüber hinaus mehrfach vom Kreis-Gesundheitsamt beanstandet (wir berichteten). „Hier ist es nicht mit ein bisschen Anpacken getan“, ergänzte Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing, die Vorsitzende der Gemischen Fraktion im Gardelegener Stadtrat. „Hier muss investiert werden.“

Doch Geld hat die Stadt kaum, geht in diesem Jahr erstmals in einen Konsolidierungs-Haushalt. „Zu viele Fragezeichen“ gebe es rund um das Miester Freibad, so Regina Lessing. Zumal im CDU-Antrag steht, dass sich der Miester Freibad-Förderverein um die Bereistellung des Personals und um die Wasserqualität selbst kümmern solle.

Das brachte wiederum Gardelegens Sozialamtsleiter Klaus Richer zu der Frage: „Wer ist denn verantwortlich, wenn etwas passiert?“ Eine Antwort aus dem Gremium gab es am Dienstagabend nicht. Aber klar dürfte sein: Die Stadt ist momentan Träger des Freibades. Also trägt sie auch die Verantwortung bei eventuellen Problemen.

Der CDU-Antrag zur Öffnung des Freibades in Mieste fiel im Sozialausschuss durch. Und zwar mit 4:5 Stimmen. Die entscheidende Abstimmung zur Freibad-Öffnung gibt es am Montag, 6. Juni, im Gardelegener Stadtrat. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaussaal.

Von Stefan Schmidt

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