Naturparkverwaltungsleiter Fred Braumann informierte über Stand der Biosphären-Anerkennung

Nicht nur glückliche Laubfrösche

Fred Braumann (rechts), der Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, erläuterte den Landwirten den aktuellen Stand, was die Anerkennung eines Biosphärenreservats angeht. Fotos (2): Schmidt

Mieste. Deutschlandweit gibt es aktuell 102 Naturparks. Einer davon ist der Naturpark Drömling. Dazu gesellen sich noch 14 Nationalparks und 15 Biosphärenreservate. Dies berichtete Fred Braumann, der Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, am Dienstagnachmittag in Mieste.

Im „Haus Altmark“ hatten die beiden Bauernverbände Salzwedel und Börde sowie die Interessengemeinschaft (IG) Drömling zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Henry Hartmann, der Vorstandsvorsitzende der IG Drömling, begrüßte zu Beginn der Tagung die Anwesenden. Fred Braumann war einer von zwei Referenten. Er erläuterte den aktuellen Stand, was die Anerkennung des Drömlings als Biosphärenreservat angeht.

Ein solches Reservat hätte unter anderem den Vorteil, so Fred Braumann, dass es nicht mehr so viele höchst unterschiedliche Schutzgebiete geben würde. „Es gibt momentan im Naturpark eine Vielzahl von Schutzkategorien, die vielfach nicht nachvollziehbar sind.“ Übrigens auch für Experten nicht, so ergänzte er. Ein Biosphärenreservat hätte den Vorteil, dass man diese Schutzgebiete „vereinheitlichen“ könne. Darüber hinaus betonte Fred Braumann, dass es bei einer Anerkennung des Biosphärenreservats keine neuen Schutzzonen geben werde. Ein Biosphärenreservat bedeute „eine Aufwertung und internationale Anerkennung.“ Dazu gebe es „bessere Fördermöglichkeiten“. Und: „Wir versprechen uns in Sachen Vermarktung einiges.“

Der Naturparkverband-Geschäftsführer betonte, dass ein Biosphärenreservat beide Seiten berücksichtigen würde: Die Seite der Naturschützer, aber auch die Seite der dort lebenden und arbeitenden Menschen, beispielsweise der Landwirte. Er begrüßt es ausdrücklich, wenn es im Drömling beispielsweise Kuhherden gibt. Zuletzt haben viele Landwirte aber die Tierzucht reduziert oder ganz aufgegeben. „Touristen freuen sich, wenn sie mit dem Fahrrad durch den Drömling radeln und eine Kuhherde auf der Weide stehen sehen“, erklärte er. Und selbst Kinder aus benachbarten Städten wie Haldensleben „wissen oft gar nicht, wie eine Kuh in der Natur tatsächlich aussieht.“ Fazit des Naturpark-Geschäftsführers: Ein Biosphärenreservat hätte zur Folge, „dass nicht nur der Laubfrosch hier glücklich lebt, sondern auch die Menschen, die hier wohnen.“ Fred Braumann rechnet damit, dass konkrete Pläne in rund einem Jahr, also Ende 2012, vorhanden seien und man dann in die betroffenen Orte gehen könne, um für ein Biosphärenreservat im Drömling zu werben.

Dass ein solches Reservat eingeführt werden soll, sei nicht neu. Schon im Jahr 1993 habe dies die Politik als Ziel ausgegeben. Und im aktuellen Koalitionsvertrag der schwarz-roten Landesregierung von Magdeburg sei ebenfalls die Einrichtung eines Biosphärenreservats im Drömling als Ziel ausgegeben.

Fred Braumann hofft, dass auch das Nachbarbundesland Niedersachsen, in dem ein Teil des Drömlings liegt, da mitmachen wird.

Von Stefan Schmidt

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