Sanierungsarbeiten mit neuem Verfahren beginnen am 19. April

B 188 wird bei Weteritz zum Forschungsprojekt

Das Foto zeigt den Einmündungsbereich der L 25 in die B 188 bei Weteritz.
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Die Arbeiten umfassen die Ortsumgehung Weteritz mit dem Einmündungsbereich der L 25 und die L 25 zwischen der Bahnbrücke und der B 188.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Die B 188 wird bei Weteritz saniert. Für die Sanierungsarbeiten wird ein neues Verfahren ausprobiert, das erst zweimal in Deutschland verwendet wurde und nun auch auf der B 188 getestet wird.

Weteritz – Die B 188 bei Weteritz wird saniert. Die Bauarbeiten sind ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Darmstadt. Bisher gab es zwei praktische Tests für das Forschungsprojekt in Bayern und Rheinland-Pfalz.

Auch bei Weteritz gibt es nun die „Untersuchungen zum Schichtenverbund beim Einbau von Walzasphaltschichten und -lagen unter Einsatz eines Straßenfertigers mit integrierter Sprühvorrichtung“, teilt Andreas Tempelhof, Pressereferent des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt auf Anfrage der AZ mit und erklärt, worum es geht.

Asphaltfahrbahnen bestehen aus drei Schichten: Trag-, Binde- und Deckschicht. Wie lange eine Fahrbahn hält, hängt davon ab, wie gut die einzelnen Schichten untereinander verbunden, sozusagen „verklebt“, sind. Als „Klebstoff“ wird auf die untere Schicht eine Emulsion aufgesprüht, bevor die nächste Asphaltschicht aufgebracht wird, so Andreas Tempelhof. Mit dem Forschungsprojekt werde getestet, wie viel Emulsion und in welcher Konzentration aufgesprüht werden muss, um eine maximale Wirkung zu erreichen. Es wird ein Sprühfertiger eingesetzt. Diese Straßenbaumaschine, die den Asphalt aufträgt, wird so genannt, weil vorn an der Maschine über die gesamte Breite eine Sprühvorrichtung für die Emulsion, also den Kleber, ist. Üblich ist laut des Pressereferenten bisher, dass die Emulsion in einem gesonderten Arbeitsgang auf der gesamten Baulänge auf die untere Asphaltschicht aufgesprüht wird. Ein Nachteil ist, dass die Lkw, die dann den Asphalt zur Baumaschine bringen, oft die Klebschicht zerfahren. Mit dem Sprühfertiger wird das optimiert, sagt Andreas Tempelhof. Es wird beim Einsatz von Straßenfertigern mit integrierter Sprühvorrichtung gleichzeitig eingebaut und gesprüht. Die Fahrbahn hält länger, je besser die einzelnen Schichten untereinander verklebt sind, erklärt er. Dadurch gibt es weniger Baustellen und es muss weniger Geld investiert werden.

Ziel ist Kriterien für Einsatz des Straßenfertigers zu finden

Ziel des Forschungsprojektes ist es, Kriterien für den Einsatz eines Straßenfertigers mit integrierter Sprühvorrichtung für Bauweisen nach „zusätzlichen technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt“ bzw. auf gefräster Unterlage zu finden, bei deren Anwendung auch die Anforderungen an die fertige Asphaltschicht, insbesondere an den Schichtenverbund erfüllt werden.

Wissenschaftler der Technischen Universität werden vor Ort sein und Bohrkerne setzen, um zu messen, inwieweit das alles funktioniert. In Weteritz wird das Forschungsprojekt umgesetzt, weil ein Mitarbeiter der Landesstraßenbaubehörde, Regionalbereich Nord, an dem Forschungsprojekt mitarbeitet. Es handelt sich um ein Projekt der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST), der Technischen Universität Darmstadt und einer Firma aus Thüringen, die die Klebmasse herstellt.

Die Baumaßnahmen zur Deckensanierung beginnen am 19. April. Die Arbeiten umfassen die Ortsumgehung Weteritz im erweiterten Einmündungsbereich der L 25 auf einer Länge der Bundesstraße von etwa 2094 Metern und die L 25 zwischen der Bahnbrücke Weteritz und der B 188 auf einer Länge von 875 Metern. Hier wird die Kurve im Innenbereich etwas verbreitert. Zudem soll die Straßenkonstruktion verbessert werden.

Arbeiten erfolgen abschnittsweise

Aufgrund des Forschungsprojektes werden die Arbeiten abschnittsweise erfolgen und sollen Ende Juni abgeschlossen sein. Die Kosten für die Sanierung der B 188 werden etwa 840 000 Euro und für die Sanierung der L 25 etwa 300 000 Euro betragen.

Während der Sanierung der B 188 und der L 25 von Weteritz zur B 188 gibt es eine Vollsperrung. Die Umleitung für die B 188 erfolgt über die B 71, L 19 und L 26 und die Umleitung der L 25 über die K 1111 über Solpke. Wenn die Baumaßnahmen auf der B 188 schneller als der Ausbau der L 25 erfolgen, wird die B 188 wieder freigegeben und die Umleitung der L 25 über die K 1111 bleibt. Die Umleitung für das Gewerbegebiet von Weteritz wird über Wirtschaftswege erfolgen. Während der Deckensanierung von Weteritz bis zur Brücke auf der L 25 besteht auch eine Vollsperrung, die Umleitung dafür erfolgt auch über die K 1111 nach Solpke.

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