Hoffnung für verfallendes Gebäude

Neuer Interessent für Bahnhof: „Er weiß, was auf ihn zukommt“

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Das Bahnhofsgebäude in Gardelegen ist nicht einladend. Die Stadt hofft auf einen neuen Investor und hält Geld über das Förderprogramm Stadtumbau Ost bereit.

Gardelegen – Für den seit vielen Jahren brach liegenden Bahnhof am Stadtrand von Gardelegen gibt es Hoffnung.

Wie Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig und Bauamtsleiter Engelhard Behrends im städtischen Finanzausschuss erläuterten, gebe es einen neuen Interessenten für das denkmalgeschützte Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert.

Aktuell ist der Bahnhof ebenfalls in privater Hand. Allerdings: Ein schlüssiges Konzept, was mit dem Objekt passieren solle, gibt es nicht. Folglich können auch keine Fördermittel abgerufen und auch städtisches Geld nicht verwendet werden. Wie Behrends erklärte, werde die Stadt im Investitionsplan für die beiden kommenden Jahre vorsorglich eine Summe von 1,5 Millionen Euro bereitstellen, um über das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ Geld für den Bahnhof bereitstellen zu können, sollte es konkrete Pläne für das historische Gebäude geben.

Der jetzige Eigentümer „hat kein Geld“ für eine Investition, wie Behrends am Mittwochabend erläuterte. „Er möchte den Bahnhof zu einem hohen Preis verkaufen.“ Einen Kontakt zwischen dem jetzigen und dem möglichen neuen Eigentümer gebe es bereits, erklärte Mandy Zepig. Dieser neue Interessent stamme aus der Region und habe auch schon Erfahrungen mit der Denkmalschutzbehörde gemacht, betonte sie. „Er weiß, was auf ihn zukommt.“ Es handele sich „keinesfalls um ein Heuschrecken-Projekt“.

Rüdiger Wolff, Mitglied im Finanzausschuss, hat da eine ganze andere Idee: Die Stadt solle das Bahnhofsgebäude „für kleines Geld kaufen“ und danach „die Bude abreißen.“ Er sieht für das Bahnhofsgebäude keine Zukunft, „was soll da noch kommen?“ Niemand wolle direkt an einer ICE-Strecke wohnen oder seinen Kaffee trinken, mutmaßte Rüdiger Wolff. Die Antwort von Mandy Zepig: Ein denkmalgeschütztes Gebäude abzureißen, werde wohl kaum umsetzbar sein.

VON STEFAN SCHMIDT

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