…soll Kosten sparen / Wannefeld hat für Einschränkungen kein Verständnis

Neue Winterdienstregelung…

Aufgrund des vielen Schnees im vergangenen Winter wurden auch in Gardelegen fast alle kommunalen Straßen geschoben. Das war aber eine Ausnahme. Foto: Archiv/sts

Wannefeld/Gardelegen. Der nahende Winter hat in der Nacht zu gestern zum ersten Mal seine Zähne gezeigt. Die Temperaturen fielen unter den Gefrierpunkt. Noch nicht sehr tief, aber spürbar.

Aus diesem Grund ist die Beschäftigung mit dem Winterdienst derzeit Pflicht. Er stand am Donnerstagabend auch auf der Tagesordnung des Wannefelder Ortschaftsrates und erhitzte die Gemüter. Denn Ortschaftsbürgermeister Gustav Wienecke teilte den Räten mit, dass die Kosten für den Winterdienst im gesamten städtischen Bereich um die Hälfte gesenkt werden sollen. So hat es der Stadtrat im Konsolidierungskonzept zum desolaten Haushalt festgehalten.

Und daraus folge für Wannefeld, erklärte Wienecke, dass kommunale Straßen nur noch geschoben und nicht mehr gestreut werden. Und dass das Schieben sich auch auf die ländlichen Wege in Richtung Polvitz und in Richtung Finkenbucht, vom Dorfgemeinschaftshaus am Gerätehaus vorbei bis zur Kreisstraße und einmal um die Bushaltestelle herum beschränke. Der Dudel und der Stegel werden nicht geschoben, da man laut Wienecke der Meinung sei, das generell zuviel geschoben werde. Erst wenn der Schnee 15 bis 20 Zentimeter hoch liege, soll über zusätzliches Schieben entschieden werden. Die Entscheidung trifft für Wannefeld dann Stadtarbeiter Bernd Riehs aus Jävenitz.

Das Ziel dieser Maßnahmen ist klar. Kosten sollen gesenkt werden. In Wannefeld allerdings, sei der Winterdienst mit bisher 2000 Euro schon sehr günstig geregelt, machte Rüdiger Lehman deutlich. „Und von wenig noch sparen, das wird schwierig.“ Außerdem sei er der Meinung, dass dort, wo Leute wohnen, auch Schnee geschoben werden müsse. „Hier wird alles geschoben“, erklärte er entschieden und sprach damit seinen Ortschaftsratskollegen aus dem Herzen, die diese Forderung auch im Protokoll festhielten – wie auch die Forderung, dass der Winterdienst von Wannefeld festgelegt wird und nicht von Jävenitz aus. „Die Grundversorgung muss gemacht werden“, fasste Herbert Hoppe zusammen. „Wir müssen schließlich alle zur Arbeit kommen.“ Außerdem bezahle der Bürger nicht nur Steuern, damit das Straßenlicht brennt und er von Gardelegen aus verwaltet werde.

Wienecke versprach, diesbezüglich noch einmal im Bauamt vorzusprechen, das für den Winterdienst im gesamten neuen Stadtgebiet zuständig ist und diesen neu geregelt hat, wie Bauamtsleiter Engelhard Behrends auf Nachfrage der Altmark-Zeitung erläuterte. „Wir wollen den Standard, den wir in Gardelegen haben und der gesetzeskonform ist, auch auf die Dörfer übertragen“, erklärte er. Und das bedeute, dass nicht mehr jede kommunale Straße beräumt wird. Das werde zum Beispiel seit Jahren schon im Wohngebiet Schlüsselkorb mit dem eingeschränkten Winterdienst so gehandhabt. Dort werde nur die Straße mit den Bushaltestellen beräumt und bei Glätte gehandelt. Aufgrund der neuen Finanzsituation soll diese Verfahrensweise nun auch auf die früheren Gemeinden übertragen werden, die zum Teil mit dem Winterdienst sehr großzügig umgegangen sind. Die Kosten waren zweitrangig. Doch „bei fünf Zentimetern Schnee muss nicht ständig geschoben werden“, so Behrends. Das trifft auch bei den Ortsbürgermeistern, mit denen bereits gesprochen wurde, zumeist auf Verständnis.

Es werde dazu, erklärte der Bauamtsleiter, aber auch noch einmal eine Dienstberatung geben. Auf dieser sollen auch noch einmal die neuen Zuständigkeiten erläutert werden. Denn aufgrund des 86 Quadratkilometer großen Stadtgebietes, könne der Winterdienst nicht mehr nur zentral von Gardelegen aus koordiniert werden. Denn wenn es in Seethen meterhoch schneit, muss das nicht auch in Miesterhorst der Fall sein. Deshalb wird es vier Planungsstellen geben. Bauamtsmitarbeiter Erwin Benecke bleibt wie gehabt für die Stadt selbst zuständig. Den Zichtauer Bereich betreut Bauamtsmitabreiterin Christa Mühe. Wolfgang Witte ist für die Region rund um Mieste zuständig, während Bernd Riehs für die westlich von Gardelegen gelegenen Dörfer zuständig sein wird.

Von Elke Weisbach

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