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Neue thematische Stadtführungen in Gardelegen

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Von: Ina Tschakyrow

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Zwei Frauen und ein Mann
Uta Knackert (links) und Andrea Hinte sind zwei der vier neuen Stadtführerinnen, die von Rupert Kaiser ihr Zertifikat erhielten. © Ina Tschakyrow

Die Stadt Gardelegen hat vier neue Stadtführer und Stadtführerinnen, die mystische Stadtführungen anbieten, mit dem E-Bike Gardelegen erkunden und die jüdische Geschichte sowie das älteste Handwerk in der Stadt erklären.

Gardelegen – „Das ist der letzte Akt des längsten Stadtführerlehrgangs unserer Stadt“, sagte Rupert Kaiser, als am Mittwochabend Zertifikate für den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs an die neuen Stadtführerinnen und Stadtführer Uta Knackert, Andrea Hinte, Thomas Stahl und Eveline Becker übergeben wurden.

Am 24. Oktober 2019, erzählte der Stadtverwaltungsmitarbeiter, der selbst Stadtführungen als Uralt-Bürgermeister Julius Beck durchführt, fand der erste Termin statt. Beendet werden sollte der Lehrgang im Mai 2020. Eigentlich dauert die Ausbildung zum Stadtführer nur ein halbes Jahr, coronabedingt wurden es zweieinhalb Jahre. Einige haben währenddessen den Lehrgang abgebrochen, vier haben diesen nun erfolgreich abgeschlossen. Und am Mittwoch fand nun der „absolut und unwiederbringlich letzte Akt“ mit der Übergabe der Zertifikate sowie eines Präsentes im Beisein von Bürgermeisterin Mandy Schumacher, Gabriela Winkelmann von der Stabstelle Stadtmarketing und Tourist-Info-Mitarbeiterin Monika Gille statt.

Die vier neuen Stadtführer und Stadtfüherinnen führen die klassische Stadtführung durch und bieten zudem jeweils eine Stadtführung an, die sie sich nach ihren eigenen Interessen ausgewählt haben. Dabei werden keine Sehenswürdigkeiten ausgelassen, sagte Rupert Kaiser, nur auf ihre Art und Weise gezeigt.

Vier neue thematische Stadtführungen

Uta Knackert erzählte, dass sie sich eine Stadtführung überlegt hat, bei der es um jüdische Geschichte geht. Sie habe die Verlegung der Stolpersteine in der Stadt interessiert verfolgt. Die 58-Jährige, die noch voll berufstätig ist, sei geschichtlich interessiert und bereits zweimal nach Israel gereist. Die Schenkenhorsterin möchte als Stadtführerin zeigen, dass die Stadt „offen für alle ist, die in der Stadt leben wollen“. Sie möchte sich engagieren und hat sich deshalb für den Lehrgang, von dem sie in der Zeitung las, entschieden. Auch Andrea Hinte aus Gardelegen, die im Ruhestand ist, las davon in der Zeitung und möchte sich als Stadtführerin ehrenamtlich für Gardelegen engagieren. Sie hat selbst bereits viele Stadtführungen mitgemacht. Die 58-Jährige möchte neue Gäste für Gardelegen begeistern. Andrea Hinte bietet E-Bike-Touren an, nachdem sie selbst begeisterte E-Bike-Fahrerin ist und Gardelegen damit erkundet hat. Die Touren sind 50, 30 oder 25 Kilometer lang und führen rund um Gardelegen. Thomas Stahl aus Gardelegen möchte als Stadtführer den „Leuten Geschichte beibringen, die sie so nicht kennen“. Der 44-Jährige wurde neugierig, als er in einem Zeitungsartikel über den Roland der Stadt las und sich diesen genauer anschaute. Er habe angefangen, zur alten Stadtgeschichte zu recherchieren und dabei herausgefunden, dass Gardelegen seiner Meinung nach älter ist als bisher angenommen. Eveline Becker aus Bismark präsentiert das nachweislich älteste Handwerk der Stadt Gardelegen, nämlich das Bäcker-Handwerk. Darin hat ihre Familie ihren Ursprung. Ein Gebäude auf dem Holzmarkt zeigt die Inschrift „Bäcker Becker“.

Die neuen Stadtführungen werden auf der Stadtwebsite www.gardelegen.de zu finden sein. Auch die Flyer werden erweitert, informierte Monika Gille.

Ab April ist geplant, dass immer am letzten Sonntag im Monat Stadtführungen mit wechselnden Stadtführern für die Öffentlichkeit stattfinden. Diese beginnen um 10 Uhr. Der erste Termin ist am 24. April.

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