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Paten für Häftlingsgräber: Ja, aber...

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Von: Stefan Schmidt

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Gräberfeld
Die Stadt pflegt das Gräberfeld auf der Gedenkstätte © Stefan Schmidt

Einige der Häftlingsgräber in den Dörfern rund um Gardelegen werden privat gepflegt.

Gardelegen – Es gibt das große Gräberfeld auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe, das von der Stadt Gardelegen gepflegt wird. Es gibt aber auch einige Gräber in den Dörfern rund um Gardelegen. Dort sind Häftlinge der Todesmärsche vom April 1945 begraben. Wie Dr. Hans-Joachim Becker, der Kreisvorsitzende des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge mitteilt, gibt es in einigen Orten Privatpersonen, die diese Gräber pflegen. „Das unterstützen wir natürlich und finden es auch gut“, sagt er. Und auch Birgit Matthies, im Auftrag der Gardelegener Stadtverwaltung für die Umgestaltung diverser Gräberfelder zuständig, begrüßt das Engagement der Einzelnen.

Sowohl Becker als auch Matthies bitten aber darum, dem städtischen Ordnungsamt diese Pflege mitzuteilen. Denn dafür gibt es auch Geld vom Land.

Das Landesverwaltungsamt stelle, so Becker, 22 Euro pro Jahr und Einzelgrab zur Verfügung. Hinzu komme, dass es sich bei Häftlingsgräbern um Orte handelt, bei denen auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitredet. „Das ist bei einer Pflege kein Problem“, sagt der Volksbund-Kreisvorsitzende. Unter Pflege versteht man das Beseitigen von Laub und Unkraut, das Harken und auch mal die Möglichkeit, eine Blume abzulegen. Eine Veränderung des Grabes – beispielsweise neue Steine oder eine neue Einfassung – muss aber vorher genehmigt werden. „Wir wollen jetzige oder auch künftige Paten für dieses Thema sensibilisieren“, betont Becker. Keinesfalls wolle man damit das private Engagement stoppen.

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