Ein Polterabend zum Ehejubiläum

Nachbarschaft überraschte Gardelegener Ehepaar Finger zur Goldenen Hochzeit

Über den Polterabend zur Goldenen Hochzeit freuten sich Ursula und Heinrich Finger. Die Idee dazu hatte Nachbarin Anke Born (Zweite von rechts).
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Über den Polterabend zur Goldenen Hochzeit freuten sich Ursula und Heinrich Finger. Die Idee dazu hatte Nachbarin Anke Born (Zweite von rechts).
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Gardelegen – Ein großes Herz aus Tannengrün mit einem Foto von Ursula und Heinrich Finger in der Mitte zierte am Sonnabend das Hoftor zu ihrem Haus in Gardelegen. Sie feierten ihre Goldene Hochzeit mit einem Polterabend.

Als die beiden Gardelegener vor 50 Jahren heirateten, gab es am Tag zuvor keinen Polterabend.

„Als ich hörte, dass die Beiden Goldene Hochzeit haben“, erzählte Nachbarin Anke Born, sei sofort klar gewesen, dass der Hochzeitsbrauch zum diesjährigen Ehejubiläum nachgeholt wird. Also fragte Anke Born bei Familie, Freunden sowie in der Nachbarschaft nach altem Geschirr. Und so flogen am Sonnabend etliche Teller, noch mehr Tassen und sogar eine Toilettenschüssel auf die Straße vor dem Haus. „Mit einem Polterabend haben wir nicht gerechnet“, erzählte die 73-Jährige Ursula Finger, die Überraschung sei gelungen. Denn die Beiden haben davon nichts gewusst, erzählten Ursula Finger und ihr 78-jähriger Mann.

Sie heirateten am 2. Mai 1969. Sind also erst in wenigen Tagen genau 50 Jahre verheiratet. Weil der vergangene Sonnabend zeitlich besser passte und ein Polterabend traditionell vor der Hochzeit stattfindet, wurde schon vorgefeiert. Das Fest zum Ehejubiläum begehen die Beiden dann am Wochenende, erzählte Ursula Finger, die in der LPG arbeitete.

Kennengelernt hat sie ihren heutigen Mann 1968. Er wohnte in ihrer Nachbarschaft. Als die 73-Jährige ihre Ausbildung begann, lebte sie im Lehrlingswohnheim Isenschnibbe. „Und mein Mann kam abends immer mit dem Motorrad vorbei“. Sie trafen sich öfter, Ursula Finger erinnert sich an eine Begegnung im Kino. Sie war mit Freunden dort, der gelernte Dachdecker Heinrich Finger ebenso. Später erzählte ihr eine Freundin, dass der heute 78-Jährige zu einem Freund meinte, „die Blonde ist Meine“, schmunzelte Ursula Finger.

Schließlich wurden sie ein Paar. „Ein Jahr später hat er mich gefragt“, so die 73-Jährige. Geheiratet wurde dann am 2. Mai 1969. Zuvor gab es keinen Polterabend, „weil das hier nicht so üblich war“, erklärte Ursula Finger. Nach der standesamtlichen Trauung gab es ein gemeinsames Kaffeetrinken. Mit dem Motorrad ging es dann nach Hagenau zu den Eltern von Heinrich Finger, „weil wir dann am 3. Mai in Meßdorf kirchlich geheiratet haben“, erzählte die 73-Jährige weiter.

Kurze Zeit später kam ihre Tochter und fünf Jahre späte ihr Sohn zur Welt. Die Jubilare, die gerne in Deutschland verreisen, sind außerdem Großeltern von fünf Enkeln und einem Urenkel. Mit denen verbringen sie gerne Zeit, ebenso wie in ihrem Garten. Dort bauen sie unter anderem Gemüse wie Radieschen, Paprika, Tomaten oder Kohl an. „Und Salat gibt es dann auch mal für uns“, so Nachbarin Anke Born. „Wenn mal etwas ist, können wir immer zu den Beiden gehen“, ergänzte sie. Anke Born zog 2011 in die Nachbarschaft der Familie Finger. Seit dem werden gemeinsam Feste wie Geburtstage, Glühweinfeten oder eben Polterabende gefeiert.

VON INA TSCHAKYROW

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