Hengstmann-Kabarett im Gardelegener Schützenhaus

Über Sputnik und leise Flüsse

Drei Männer auf Bühne.
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Die drei Hengstmänner gastierten in Gardelegen.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Vater und Söhne Hengstmann gastierten mit ihrem Kabarett-Programm im Gardelegener Schützenhaus.

Gardelegen – Sie sind wieder da. Erstmals nach dem Corona-Lockdown gastierten die „Hengstmänner“ aus Magdeburg mit ihrem Kabarettprogramm im Gardelegener Schützenhaus. Die „Hengstmänner“, das sind Vater Frank sowie die beiden Söhne Tobias und Sebastian, die längst in die beruflichen Fußstapfen des Seniors getreten sind. Gemeinsam gestalteten sie am Freitagabend im gut besuchten Schützenhaus ein politisch-satirisches Kabarettprogramm mit Bezügen auch zur Landespolitik – und natürlich zu Corona.

„Zonen-Zausel“

Vater Frank, der immer wieder den „Zonen-Zausel“ spielt und von den alten Zeiten schwadroniert, wird dabei von seinen Söhnen den ganzen Abend über – das ist der rote Faden im Programm – durch den Kakao gezogen. Er gehe gerne wählen, freut sich der Vater bereits auf die Bundestagswahl Ende September, „ich könnte das jede Woche tun.“ Trockener Kommentar der Söhne: „Da gewöhnst Du dich wenigstens schonmal an die Urne.“ Und als die drei Hengstmänner die politischen Parteien durchgehen und zu jeder eine Pointe setzen wie über die FDP („Wer einmal mit Björn Höcke pennt, wird sogleich Ministerpräsident“) und Sohn Sebastian erschrocken feststellt, man habe – mit der AfD – eine Partei doch glatt vergessen, dem entgegnet der Senior spitz, man könne heutzutage „getrost jede Partei vergessen“. Mit der AfD habe er ohnehin keine Probleme, so der mittlerweile 65-Jährige. Er habe schon zu DDR-Zeiten auf der Bühne gestanden, er kenne sich folglich mit Kabarett in einer Diktatur aus, „das überstehe ich auch ein zweites Mal“.

„Hobby-Virologen“

Ach ja, Corona gibt es auch noch. Kein Kabarett, das dieses Thema aussparen würde. Über all jene „Hobby-Virologen“ in den Parteien wie „den Leisefluss – äääh Lauterbach“ lästerte der Senior. Dass ihn die wie Pilze aus dem Boden schießenden Impfzentren „an das Neubauprogramm des Genossen Honecker“ aus den frühen 1970er Jahren erinnerten. Und dass sich Frank Hengstmann am liebsten die russische Impfvariante Sputnik habe piksen lassen wollen, „schließlich war ich 35 Jahre lang Mitglied bei der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“, da müsse man „dem Genossen Wladimir Putin“ doch einen Gegen-Gefallen tun.

Gleich zu Beginn des Abends betrat Frank Hengstmann, der Vater, die Bühne. Applaus brandete auf. Plötzlich wurde es dunkel. „Wenn ich komme, geht das Licht aus“, witzelte er über die kleine Panne.

Geht es nach dem Publikum, das am Freitagabend im Gardelegener Schützenhaus war, wird das Licht noch lange auf Frank Hengstmann scheinen.

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