Außergerichtliche Einigung / Stadtrat nickt ab

Nach Großbrand bei FraPa-Plast im Mai 2017: Gardelegen erhält 45.000 Euro

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Der Großbrand bei FraPa-Plast am Vorabend von Christi Himmelfahrt im Jahr 2017 hat für Schäden bei der Feuerwehrtechnik gesorgt. Die Stadt hat sich mit dem Betrieb nun außergerichtlich geeinigt und erhält 45.000 Euro.

Gardelegen – Mehr als zwei Jahre nach dem Brand auf dem Gelände von FraPa-Plast an der Stendaler Chaussee in Gardelegen, als mehr als 270 ehrenamtliche Kräfte aus dem gesamten Kreisgebiet im Einsatz waren, hat sich die Stadt mit der Firma endgültig über eine Kostenerstattung geeinigt.

Das berichtet Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher. Die Stadt erhält 45.000 Euro.

Hintergrund: Während des Großeinsatzes im Mai 2017 ging auch Technik kaputt. Mehrere Pumpen gaben den Geist auf, dazu wurden zwei Tragkraftspritzen unbrauchbar. Hinzu kamen weitere Schäden an Technik und Ausrüstung.

Generell ist der Einsatz einer Feuerwehr kostenlos, muss ein Geschädigter also nicht zahlen. Es sein denn, er hat fahrlässig gehandelt. Und genau das sei nach Auffassung der Stadt im Fall FraPa-Plast passiert. „Insbesondere die...eingesehenen Genehmigungsunterlagen des Altmarkkreises Salzwedel verstärkten den Eindruck“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt, „dass die vor Ort durchgeführte Lagerung gegen die Kunststofflagerrichtlinie verstoßen“ habe. Fazit von Mandy Schumacher: FraPa-Plast habe „möglicherweise grob fahrlässig“ gehandelt. Hauptvorwurf: Die im Außenbereich – dort brach das Feuer aus – gelagerten Paletten waren dichter als vorgeschrieben aneinandergereiht, so dass sich das Feuer – die Brandursache ist bis heute unklar – rasend schnell ausbreiten konnte.

FraPa-Plast stellte zu den ursprünglich von der Stadt eingeforderten mehr als 84.000 Euro eine Gegenrechnung auf. Denn die Hinzuziehung der Berufsfeuerwehr aus Bitterfeld-Wolfen kostete 67.000 Euro. Dies sollte die Stadt bezahlen. Doch diese Berufsfeuerwehr sei von der Firma nur in Anspruch genommen worden, „um eine schnellere Löschung des Brandes zu bewirken, um schneller wieder seine Produktionsstätte zum Laufen zu bringen.“ Mit der eigentlichen Brandbekämpfung habe diese Feuerwehr nichts zu tun gehabt.

Nun einigten sich beide Parteien außergerichtlich auf eine Summe von 45.000 Euro, die die Stadt erhält. Die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates hatten während der letzten Sitzung in der alten Legislaturperiode diesem Vergleich im nichtöffentlichen Teil zugestimmt.

VON STEFAN SCHMIDT

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