Derzeit gibt es keine konkreten Pläne zur Wiedereröffnung der städtischen Einrichtung

Museum nicht auf dem Radar

Die Zeiten, in denen Gardelegens Museumsleiter Dr. Herbert Becker (links) Führungen anbot, sind seit rund einem Jahr vorbei. Ob und wenn ja wann das Museum wiedereröffnet, steht derzeit noch völlig in den Sternen. Foto: Archiv / sts

Gardelegen. Im Eingangsbereich bröckelt es allmählich. Und die Treppe ist auch nicht mehr ganz taufrisch.

Dort, wo die Stadt stolz ist, Leerstand weitestgehend abgeschafft zu haben, nämlich im Innenstadtbereich, steht seit rund einem Jahr ein städtisches Gebäude leer, das von den Voraussetzungen her zu den schönsten der Stadt gehört. Nämlich das Museum. Seit Herbst 2010 ist diese Einrichtung geschlossen. Und konkrete Pläne, das Museum mit neuem Leben zu erfüllen, gibt es derzeit nicht.

Das sagt jedenfalls Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Momentan gebe es keine Pläne, das Museum wieder zu öffnen. Auch wenn klar ist: „Irgendwann müssen wir etwas tun.“ Allein schon deshalb, um das leer stehende Gebäude direkt gegenüber dem Rathaus nicht verfallen zu lassen. Aber konkrete Öffnungspläne existieren derzeit noch nicht.

Und noch etwas gibt es nicht: Konkrete Anfragen aus den Reihen der Stadträte. Denn der Gardelegener Stadtrat war es, der im vergangenen Jahr per Beschluss das Aus für das Museum besiegelt hatte. Damit erhielt auch Gardelegens Museumsleiter Dr. Herbert Becker, zuletzt ohnehin nur noch halbtags beschäftigt, seine Kündigung, Einher ging der Schließungsbeschluss mit der Absichtserklärung, baldmöglichst das Museum in anderer Form und möglicherweise auch in anderer Trägerschaft wiederzueröffnen. Eine Art Heimatstube schwebte Fuchs vor, wenn auch nicht zwingend unter städtischer Trägerschaft.

Mittlerweile gibt es einen neu gewählten Stadtrat. Mit Abgeordneten überwiegend aus den Umland-Dörfern. Die haben das Museum offenbar (noch) nicht auf dem Radar. Sachsen-Anhalt-Tag, Haushalts-Konsolidierung, die Folgen der Zwangseingemeindungen – es gab in den vergangenen Monaten in der Stadtratsarbeit wohl Wichtigeres als die Frage, ob die Stadt ein Museum haben sollte.

Touristen stehen somit seit rund einem Jahr vor verschlossenen Türen.

Von Stefan Schmidt

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