Müllferkel in Ackendorf

Mehrere Kubikmeter Müll, nur von ein paar Ästen verborgen, liegen seit wenigen Tagen am Ackendorfer Reuthen.Fotos (4): Biermann

Ackendorf - Von Gesine Biermann. „Da liegt ein Riesenmüllhaufen.“ Der AZ-Leser, der regelmäßig mit seinem Hund am Ackendorfer Reuthen spazieren geht, ist gestern ehrlich schockiert. Wie recht er damit hat, ist schon kurze Zeit später beim Vor-Ort-Termin klar: Am Rand des Wohngebietes hat jemand wohl fast seinen gesamten Hausstand aufgelöst und im Wald entsorgt.

Schränke, Regale, Stühle, Tische, Barhocker, eine Staubsaubgerverpackung, eine Fritteuse, Kunststoffbehälter, Flaschen, Tüten, leere Farbgebinde, Teppiche, Kinderspielzeug und jede Menge ganz normaler Hausmüll. Davor sitzt ein kleiner Clown.

Zum Lachen indes ist die ganze Sache nicht. Zugegeben, es gibt Schlimmeres. Doch wer sich dem Riesemüllhaufen in einem Gebüsch ganz nahe am Ackendorfer „Reuthen“ gegenüber sieht, schämt sich sofort fremd. Unglaublich, was hier ein Mitbürger abgeladen hat. Kaum vorstellbar, dass diese Aktion in dem Wohngebiet mit den vielen schicken Eigenheimen unbemerkt blieb.

Bislang scheint das Müllferkel jedoch noch nicht ermittelt zu sein. So genau hat sich den Abfallberg – sicher einige Kubikmeter Müll – aber wohl auch noch niemand angesehen. Allerdings weiß man im Gardelegener Ordnungsamt schon Bescheid. Bereits am Mittwoch waren Mitarbeiter vor Ort, um sich die Bescherung anzusehen.

Zuständig für deren Entsorgung und die weiteren Schritte sei allerdings der Landkreis, erklärt Heiko Hirsch, amtierender Ordnungsamtschef. An die Kollegen in Salzwedel werde die Angelegenheit nun weitergeleitet. Sicher ist: Sollte der illegale Müllabkipper ermittelt werden, drohen Bußgelder. Und zwar bis zu 50 000 Euro.

Der Verursacher, der augenscheinlich Entsorgungskosten sparen wollte, könnte also mit einer saftigen Geldbuße rechnen. Aber die wird er vermutlich gut leisten können. Denn eines ist sicher: Was hier im Wald liegt, war irgendwann einmal nicht billig. Manches hätte sicher auch noch in einem Sozialmöbelhaus, einer Kleiderbörse oder einer Kindereinrichtung Verwendung gefunden. Das hätte aber vielleicht dann doch den einen oder anderen Weg mehr erfordert. Und hier war ja augenscheinlich schon der eine zu viel. Nnämlich der zur Mülldeponie.

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