Sanierung des Glockenstuhles beendet / Neue Aufhängung am Eichenjoch / Uhrwerk und Stundenschlag überholt

Am Montag wieder Glockengeläut

Sven Hirsche bearbeitete das Joch und fertigte die Aussparung für die Glockenkrone.

Schenkenhorst. Zum Gottesdienst am Ostermontag werden sie wieder erklingen – die Kirchturmglocken in Schenkenhorst. Das Geläut schwieg für einige Monate, da die Glocken für die Sanierung des Glockenstuhles ausgebaut werden mussten.

Notwendig wurde die Sanierung des Glockenturmes, weil das Motor-Kette-Geläut, das Anfang der 90er Jahre installiert wurde, ausgedient hatte, wie Gordon Sethge vom Gemeindekirchenrat erläuterte. Es kam immer häufiger zu Aussetzern, die Glocken konnten nicht bewegt werden oder jemand musste hochlaufen und sie zuerst in Schwingung bringen. Zudem hatte das sehr starre Geläut negativen Einfluss auf die Statik des Glockenturmes. Durch das Ruckartige Hin- und Herreißen wurden auch die Glocken einer harten Belastung ausgesetzt. Da die Schenkenhorster Kirche noch zwei seltene Barock-Glocken aus dem 17. Jahrhundert besitzt, musste das abgeändert werden.

„Wir haben uns über verschiedene Varianten informiert und sind dann durch die Altmark gereist und haben uns die unterschiedlichsten Sachen angeschaut. Wir haben uns dann für eine Sanft-Steuerung entschieden, wie sie auch im Glockenturm von Brunau existiert“, erklärt der Gemeindekirchenrat. Die Glocken werden mittels eines Sensors aufeinander abgestimmt. Gleichzeitig wird nur jeweils so viel Kraft aufgewendet, wie die Glocke gerade für die nächste Schwingung benötigt. Somit läuten die Glocken künftig gleichmäßig und schonend. Im Rahmen der Arbeiten, mit denen die Firma „Heidenauer-Glocken“ aus Heidenau bei Dresden beauftragt wurde, werden auch das Uhrwerk und der Stundenschlag überholt und abgestimmt. Zuvor musste aber der Glockenstuhl überarbeitet werden. Einige Stücke der Eichenkonstruktion wurden erneuert. Zudem wurde sichergestellt, dass der Glockenstuhl wieder frei steht, also keine Verbindung zum Mauerwerk und somit negative Auswirkungen auf die Statik des Turmes hat.

Denkmalgerecht und um der Originalität wegen bekommen die Glocken auch wieder ein Eichenjoch (anstelle des jetzigen Stahljochs), an dem sie hängen werden. Damit waren in dieser Woche René Müller, Sven Hirsche und Ronny Möllenbruck von der Fachfirma beschäftigt. Die Sanierung des Glockenstuhles wurde mitfinanziert durch die Aktionsgruppe Mittlere Altmark (Leader-Gruppe), in der die Schenkenhorster Kirchengemeinde seit drei Jahren mitarbeitet. Für das Glockenprojekt sind Kosten in Höhe von rund 7 500 Euro entstanden.

Von Elke Weisbach

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