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Möbelfundus in Gardelegen stattet Bedürftige aus und bittet um Möbelspenden

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Von: Ina Tschakyrow

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Zwei Männer in einer Halle an einem Tisch.
Nur wenige Möbel gibt es im Möbelfundus. Deshalb freuen sich der leitende Mitarbeiter Marko Montag und Koordinationsassistent Torsten Berger über Spenden. © Ina Tschakyrow

Der Möbelfundus in Gardelegen wird immer leerer, da die Nachfrage nach Möbeln gestiegen ist. Deshalb bedarf es an Spenden.

Gardelegen - Ein Tisch, ein Schlafsofa, zwei Schrankwände und ein paar kleinere Möbel stehen in der Halle. „Eigentlich ist hier immer alles voll“, sagt Torsten Berger und zeigt in den Raum, der fast leer ist. Die Möbel sind für Bedürftige gedacht, die im Möbelfundus in Gardelegen an der Letzlinger Landstraße mit verschiedenen Einrichtungsgegenständen ausgestattet werden.

Bisher war das Lager immer gut gefüllt. Aber in den vergangenen Wochen war die Nachfrage so hoch, dass es immer weniger Möbel im Lager wurden, erzählt der Koordinationsassistent für den Möbelfundus in Gardelegen und das Sozialdepot in Salzwedel weiter. Die beiden Einrichtungen werden durch das Jobcenter des Altmarkkreises Salzwedel gefördert und von der Akademie facultas gGmbH betrieben.

Es wurden mehr Möbel benötigt, unter anderem, weil geflüchtete Familien aus der Ukraine ankamen. „Sie haben meist gar nichts“, erzählt Marko Montag, leitender Mitarbeiter in Gardelegen. Dazu kommen weitere Familien oder auch Einzelpersonen, die Möbel benötigen, weil sie sich diese selbst nicht leisten können. Darunter auch „Menschen von der Straße, die nichts haben“, ergänzt Torsten Berger. Benötigt werden deswegen auch Teller, Löffel, Elektrogeräte wie Herd oder Toaster, „von der Schrankwand bis zur Einbauküche und Kleiderschrank“, zählt er auf: „Hier bekommen die Menschen alles für eine komplette Wohnung“ – dazu erhalten die Bedürftigen einen Zuweisungsschein vom Sozialamt oder Jobcenter.

Statt Bett nur Matratze

Derzeit sei aber zu befürchten, dass bald nicht mehr alle Anfragen erfüllt werden können. Wenn den Menschen keine Möbel gegeben werden können, „sind sie enttäuscht“, sagt er. Wenn die Bedürftigen nichts haben, zum Beispiel kein Bett, sondern nur eine Matratze, müssen sie zunächst darauf schlafen. „Wir sind das nicht gewohnt, wir konnten bisher immer helfen“, erzählt Torsten Berger. Er und die anderen Mitarbeiter liefern pro Woche etwa sieben- bis achtmal aus. Möbel abgeholt werden pro Woche etwa zehn- bis elfmal.

Es wird deswegen darum gebeten, dass Menschen, die keine Verwendung mehr für Möbel haben, die aber zu schade für den Sperrmüll sind, diese dem Möbelfundus zu spenden. Die Nachfrage nach Möbeln nimmt zu, deswegen sei es wichtig, den Bürgern und Bedürftigen zu helfen, egal ob sie aus der Ukraine, Deutschland oder einem anderen Land kommen.

Die Möbel werden abgeholt. Wer zum Beispiel eine Einbauküche spenden möchte, muss diese nicht selbst abbauen. Die Möbel können aber auch selbstständig zum Möbelfundus gebracht werden. Derzeit werden vor allem Doppelbetten, Einzelbetten, Betten für Kinder und Kleiderschränke sowie Lampen benötigt. Meistens benötigt eine Familie vier bis fünf Lampen, also für jeden Raum eine. Aber zuletzt konnten pro Familie nur drei Lampen herausgegeben werden, um die Einrichtungsgegenstände gerecht zu verteilen.

Wer Möbel spenden möchte, kann sich vor Ort im Möbelfundus in Gardelegen von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 14 Uhr oder unter der Telefonnummer (01 60) 93 60 85 00 melden.

Wer Möbel in Salzwedel im Sozialdepot abgeben möchte, kann sich dort unter der Telefonnummer (01 71) 3 06 08 53 melden.

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