Rätsel um fremden Planeten

Mobiler Escape Room ist in der Gardelegener Bibliothek aufgebaut

Der Escape Room war passend gestaltet.
+
Der Escape Room war passend gestaltet.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
    schließen

Gardelegen – „Wir sind auf einem anderen Planeten“, erklärte Janina Böse den Mädchen und Jungen, „denn die Erde ist nicht mehr bewohnbar.“

Vielleicht aber dieser Planet? Um das herauszufinden, mussten die acht Schüler verschiedene Aufgaben im als fremden Planeten gestalteten Escape Room lösen. So einen Raum, aus dem sich Teilnehmer herausrätseln müssen, gibt es erstmals in Gardelegen.

Erarbeitet wurde der Escape Room von Sonet (Soziales Netzwerk für weltoffene und demokratische Jugend- und Sozialarbeit im Altmarkkreis Salzwedel). Zuvor war der mobile Escape Room in Salzwedel, bis Mitte Mai nun in der Gardelegener Bibliothek. Eine Ecke im Dachgeschoss wurde entsprechend für den roten Planeten gestaltet: Pflanzen, Teppiche, Regale, Stühle oder sogar das Licht – alles war auf dem unbekannten Planeten rot.

Und überall konnte sich die Lösung für die sechs Rätsel verstecken. Die führten die Schüler schließlich zum passenden Namen des Planeten, womit sie dort ein neues Zuhause finden konnten. Das schafften sie zwar innerhalb von 23 Minuten, hatten aber einige Schwierigkeiten. Zum Beispiel beim Lesen der Spiegelschrift oder dem Entziffern des rückwärts gesprochenen Wortes „Knescheg“.

Schwierigkeiten mit der Sprache haben beispielsweise auch Menschen, die ihre Heimat verlassen und in ein fremdes Land ziehen müssen, erzählten Annemarie Thimm vom Jugendclub „Mood“ und Janina Böse vom Jugendförderungszentrum, die am Escape Room mitgearbeitet hat. Denn der vermittelte den Kindern neben Spaß und Aktion auch spielerisch das Thema „Fremdheitserfahren“. Gemeinsam besprachen die Schüler, wie es war, auf dem fremden Planeten zu landen und wie sich demnach beispielsweise Flüchtlinge fühlen.

Sich auf neue Dinge wie Sprache oder Kultur einzustellen, sei nicht immer einfach, so Annemarie Thimm. Sie wollte wissen, ob die Mädchen und Jungen schon mal darüber nachgedacht haben, Deutschland zu verlassen. Viele verneinten, waren sich aber einig, wenn beispielsweise Krieg ausbricht, zu gehen. In einem fremden Land „hört ihr dann öfters Knescheg“, so Janina Böse. Weil die Sprache unbekannt ist. Nicht aber nur die Sprache kann Menschen in fremden Ländern schwer fallen. Freunde und Familie bleiben oftmals zurück. Deswegen hilft es, Flüchtlingen oder Auswanderern den Einstieg zu erleichtern, indem man auf sie zugeht, so Annemarie Thimm.

Das Rätsellösen im Escape Room fand gestern Nachmittag im Rahmen des Ferienprogramms vom „Mood“ statt. Heute können die Kinder und Jugendlichen Asiatisch kochen und essen. Und zwar im Dorfgemeinschaftshaus in Lindstedt. Die Abfahrt vom Gardelegener Jugendclub ist um 10.30 Uhr, um 15 Uhr kommen die Schüler dort wieder an. Ein Trickfilm-Workshop ist am morgigen Donnerstag, 25. April, von 10 bis 16 Uhr im „Mood“ geplant.

Ferienkinder ab acht Jahren können beim Workshop mitmachen. Auf Spaß und Spiele können sich die Mädchen und Jungen schließlich am Freitag, 26. April, freuen. Dann wird „Ein Tag im Freien“ mit einer Stadtrallye veranstaltet. Los geht es um 10 Uhr am Gardelegener Jugendclub.

VON INA TSCHAKYROW

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare