Miester Sekundarschule gewinnt Ideenwettbewerb „Schulsozialarbeit und Social Media“

Mobbing, mit dem Handy gefilmt

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Nele Drebenstedt mit dem „Oscar“ – sie spielte in dem selbst gedrehten Film das Mobbing-Opfer.

Mieste. Tina weint. Sie hockt in der Ecke und sagt barsch: „Lasst mich in Ruhe. “ Die Schülerin wird gemobbt. Ihre Klassenkameraden schubsen sie, nehmen ihr das Handy weg, machen dumme Sprüche. Und niemand hilft ihr.

Auch ein erstes Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin bringt keinen Erfolg: Das Mädchen öffnet sich nicht, verschanzt sich stattdessen hinter ihren langen Haaren.

Doreen Schulz (links) von der Netzwerkstelle „Schulerfolg“ im Altmarkkreis Salzwedel überreichte den Miester Schülern die Urkunden für den ersten Platz.

Bis ein anderes Mädchen, das zuvor besonders böse zu ihr war, ebenfalls gemobbt wird. „Jetzt merke ich erst, wie schlimm das ist“, sagt sie zu Tina. Beide versöhnen sich, sind nun zu zweit stärker als alleine – und bald plagen auch die übrigen Klassenkameraden Gewissensbisse. Am Ende umarmen sich alle, die Streitereien sind vergessen. Elf Minuten dauert dieser Film, den Schüler der beiden sechsten Klassen der Miester Sekundarschule „Am Drömling“ mit ihrem eigenen Handy gedreht haben. Und sie haben ihn für den Ideenwettbewerb „Schulsozialarbeit und Social Media“ der Netzwerkstelle „Schulerfolg“ im Altmarkkreis Salzwedel eingereicht. Gefördert und unterstützt wird dieser Wettbewerb durch das ESF-Programm „Schulerfolg sichern“ und durch das Land Sachsen-Anhalt. Die Preisverleihung fand vor wenigen Tagen in der Aula der Miester Sekundarschule statt. Denn die Sechstklässler erhielten den „Oscar“ – beworben hatten sich zwölf Schulen aus der westlichen Altmark.

Nun wird ein neuer Film gedreht. Diesmal nicht mit dem Handy, sondern mit Filmemacher Candy Szengel sowie Beate Wendt vom Offenen Kanal aus Salzwedel. Diesmal dauert der Film nur drei bis vier Minuten. „Wir bilden den produktiven Rahmen“, sagt Beate Wendt. Thema soll die Arbeit von Schulsozialarbeitern sein, dokumentiert mit Gesprächen und kurzen Interviews. Gedreht wird in Mieste und Salzwedel, möglicherweise in Form von Projekttagen. Und am Ende wird dieser Film im Salzwedeler Filmpalast einem großen Publikum vorgestellt.

Darauf freuen sich jetzt schon die Darsteller aus den Klassen 6 a und 6 b der Miester Sekundarschule „Am Drömling“, nämlich Nele Drebenstedt – sie spielte das Mobbing-Opfer – sowie Emely Brune, Johann Claus, Sophie Daverhuth, Levin Heidmann, Annabelle Lemp, Benjamin Linde, Joy Konieczny, Charlotte Müller, Tom Müller, Vanessa Radack, Stefanie Stübing und Max Thiele.

Von Stefan Schmidt

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